Noch Offener: Brief der Klubführung von H96

Mit einem offenen Brief wendete sich die Klubführung von Hannover 96 heute an an alle Interessierten. Auch wenn der erste Satz »wir haben verstanden« lautet, kann man Zweifel haben, ob allen klar ist, was da geschrieben wurde. Deshalb hier eine noch offenere Version:
Liebe Kunden und Kundinnen von Hannover 96,

läuft nicht bei uns, deshalb hier mal eine wilde Phrasensammlung!

Wir mussten immer wieder Diskussionen mit oder über Ultras und anderen Stinkstiefeln führen, die uns eh immer genervt haben und haben uns dadurch ein Stück weit vom Wesentlichen abbringen lassen. Von unseren Kunden, von unserer KGaA, vom Geschäft.

Und auch das ist eben so: Wir haben die Situation, die seit Monaten von uns nicht ernst genommen wurde und die uns eigentlich auch egal ist, unterschätzt und mussten dann auch noch in der Öffentlichkeit dafür Prügel beziehen. (Außerdem haben wir ernsthaft gedacht, dass wir erfolgreich spielen, alle applaudieren würden und sich so der Keil zwischen Kunden und Ultras noch einfacher treiben ließe. Hat nicht geklappt. Mist!)

Wir als Klub hätten uns eher zu Wort melden müssen – aber dazu hätten wir uns überhaupt mit der Problematik ernsthaft auseinander setzen müssen. Ohne Wenn und Aber. Aus purer Überzeugung. Hatten wir aber bisher keinen Bock drauf (lief ja auch ganz okay in der Liga bis zum Ende der Hinrunde).

Es sollte nicht mehr um Versäumnisse der Vergangenheit gehen. Auch nicht um die Interessen Einzelner. (Kann doch nicht sein, dass man sich noch immer über Kollektivstrafen oder die Auflösung der »Roten Kurve« aufregt? Oder über unsere juristischen Winkelzüge vor dem Auswärtsspiel in Braunschweig!) Wir alle sollten einmal tief Luft holen und uns überlegen, worum es geht: Um ein Gefühl einer Stadt, dass in den letzten Monaten mit »Bauchschmerzen« gut beschrieben ist. Um einen Klub, der kurz vor der Insolvenz gestanden hat und dann von der Regionalliga bis in die Bundesliga aufgestiegen ist - und deshalb muss doch bitte alles von Martin Kind kritiklos hingenommen werden! (Selbst wenn er und seine Geschäftspartner den Verein lieber heute als 2017 übernehmen wollen und Fans dann überhaupt nichts mehr zu melden haben.) Um Familien, um Gruppen (also die, die uns genehm sind), um Einzelne, um
Freundeskreise, um Fanklubs (nur nicht diese Stinkstiefel von früher!) und viele mehr, die sich seit mehr als zehn Jahren auf das Wochenende und Hannover 96 in der 1. Bundesliga freuen - oder besser freuten. Denn den meisten wird 96 ja immer egaler.

Wir sind nicht blauäugig - nur beratungsresistent. Klar, ohne die ein oder andere Fangruppierung wird sich die Stimmung nicht kurzfristig ändern (und es ist schon blöd gelaufen, dass wir alle, die 96 einst lautstark unterstützt haben zur U23 vertrieben haben) – aber es geht um mehr als das. Wir sind sicher, dass diese KGaA, diese Stadt, diese Mannschaft so viel wert sind (was haben wir nicht für Geld für mediokre Kicker ausgegeben!), dass sich neue (!!!) Gruppen finden werden, die andere Fans in der HDI Arena von den häßlichen blauen Sitzen reißen (Die Stellenbeschreibung für den 400€-Capo-Job geht in Kürze online!). Kann doch wohl nicht so schwer sein? Stimmung ! ! !

Und für diese Anhänger - also die, die uns kritiklos unterstützen - werden wir werben und werden diese unterstützen (Euer Auftritt in der Pick Up Fanbox ist euch sicher!). Hand drauf! (Ja. Okay. Ein paar Mal wurden Versprechen gebrochen. Aber dieses Mal stimmt es. Ernsthaft. Wirklich! Ganz sicher.)

Zudem freuen wir uns tatsächlich auf das Spiel gegen Bayern München (das lohnt sich finanziell ja immer!). Wir wissen auch, dass viele unserer Fans in Sorge sind, was das Ergebnis am Samstag angeht – aber es gibt wirklich Schlimmeres, als sich vom besten Verein der Welt vor tausenden von Bayern Fans vorführen zu lassen. Krebs zum Beispiel!

Viele Traditionsvereine (wir waren auch mal einer), die in den unteren Ligen spielen, würden gerne mit uns tauschen (deren Fans zwar nicht, wenn es Bedingung ist, dass diese Vereinsführung bleibt - aber das ist uns herzlich egal). Die würden gerne in der Bundesliga spielen. Aber wir sind dabei. Und wir bleiben dabei. Hoffentlich. Vielleicht. Auch wenn es ziemlich mies aussieht und dieser Brief auch Ausdruck der eigenen Hilflosigkeit ist, weil man sieht, dass jedes Heimspiel zum Auswärtsspiel wird und die Mannschaft echt immer schlechter kickt.

Niemals allein. Wir gehen Hand in Hand! (Mit dem Liedanfang haben wir euch, oder? Kommt schon!)

Los jetzt – tut was wir von euch erwarten!

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Das Maracanã vor dem Umbau – Eine Dokumentation

Das Estádio do Maracanã wurde 1950 zur Weltmeisterschaft errichtet. Mit einem Fassungsvermögen für bis zu 200.000 Zuschauern war es zeitweise das größte Stadion der Welt und zeichnete sich vor allem durch die vielen Stehplätze aus, die bei Fußballspielen auch für weniger betuchte Fußballfans erschwinglich waren.

Für die WM 2014 wurde das Maracanã modernisiert. Das Stadion ist heute eine moderne Arena wie man sie auch in München, Kapstadt oder Duisburg finden kann.

Bereits 2005 wurde das Stadion flächendeckend für die Panamerikanischen Spiele 2007 bestuhlt. Die Dokumentarfilmerin Anna Azevedo hat die letzten fünf Spiele vor diesem Einschnitt filmisch begleitet und so dem Stadion und den Fußballfans ein kleines Denkmal gesetzt.

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Mit Dank an Berlusconi

Es ist in diesen Tagen schwierig etwas zu finden, was man positiv für Silvio Berlusconi ins Feld führen kann. In der unten eingebetteten Dokumentation über Arrigo Sacchi wird ein Grund zum Dank an Silvio klar: es war Berlusconi, der Sacchi vom Zweitligisten aus Parma in die erste Liga zu den Rossoneri brachte und so eine Revolution des Fußballs ermöglichte. Nicht umsonst lobt ein Trainer wie Jürgen Klopp Sacchis Wirken über den grünen Klee.

Die Dokumentation zeigt Sacchi, der nie selbst professionell Fußball spielte, von seinen Anfängen beim Amateurklassenverein seiner Heimatstadt bis zu seiner bittersten Niederlage im WM Finale 1994. Viel wird über die Taktik des Übungsleiters gesprochen, der mit Trainingsformen ohne Gegner selbst die Spione von Real Madrid ratlos auf die Heimreise schickte.

Viele Spieler aus der erfolgreichen Zeit des AC Mailand kommen zu Wort: Vom ewig jungen Paolo Maldini über die Holland-Connection Rijkaard und Gullit bis zum ergrauten Franco Baresi. Und alle sind voll des Lobes für den Taktiklehrer Sacchi.

via The False 9

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