Zeuge Hannovas III: Hannovers Neuer macht es wie Jens Lehmann

Die neue Saison hat gerade erst begonnen, und es wäre nicht überraschend gekommen, wenn es bereits vor dem ersten Spieltag eine Trainerentlassung gegeben hätte.

Tja, liebe FAZ. Das hättet ihr wohl gerne. Zum Glück wurde Frankfurt gezeigt, dass man sich zwar 50 Punkte vornehmen kann, dann aber auch zwei Halbzeiten Fußball spielen muss:Hannover hingegen hat gezeigt, dass man in dieser Bundesligasaison – egal ob im 4-4-2, 4-2-3-1 oder wie auch immer – erst einmal kämpfen und jedem noch so aussichtslosem Ball nachjagen muss. Sonst ist kein Erfolg möglich.

So gelang wieder der Schulterschluss mit den Fans und vor allem Sergio Pinto zeigte vor dem Führungstreffer, dass die Mühe belohnt wird: Starker Zweikampf gegen Korkmaz, wunderbare Flanke auf Ya Konan, 2:1.

Das Spiel hat also gezeigt, dass 96 trotz aller Unkenrufe konkurrenzfähig ist. Es hat sich aber auch gezeigt, dass Hannover noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden muss.

Zunächst muss der bedauernswerte Carlitos ersetzt werden. Ein Kreuzbandriss nach einer knappen halben Minute bedeutet eine lange Verletzungspause. Nach dem Auftritt des Portugiesen in Elversberg war ich zwar ziemlich enttäuscht, hatte aber nach den Berichten vom Trainingsgelände gehofft, dass der Mittelfeldmann doch noch eine Bereicherung für das Spiel der Hannoveraner sein könnte. Schade, dass er das zunächst nicht unter Beweis stellen kann.

Plan B auf der linken Seite scheint der US-Amerikaner DaMarcus Beasley zu sein. Zuletzt im Diensten der Glasgow Rangers ist Beasley momentan vertragslos. Eine Ablösesumme würde sich 96 also sparen. Würde allerdings das zweite Mal – nach Carlitos – einen Spieler verpflichten, der von seinem alten Verein kein Vertragsangebot mehr erhalten hat.

Der Name des Spielers war mir zwar bekannt, aber Stärken und Schwächen des Mittelfeldspielers könnte ich nicht nennen. Die kurze Recherche übers Netz zeigt, dass DaMarcus auf jeden Fall eine Blasenschwäche hat:

Beasley hat da also ähnliche Probleme wie Jens Lehmann. Warten wir ab, ob seine anderen Qualitäten und seine Gehaltsvorstellungen die Verantwortlichen überzeugt.

Der zweite Name, der im Umfeld des Vereins immer wieder genannt wird ist Tamas Hajnal. Bei Borussia Dortmund wurde er von Jürgen Klopp ob seines langsamen Antritts und einer Fülle von Mittelfeldspielern (Kagawa, Lewandowski, Zidan, Götze, Blaszczykowski – und jetzt wohl auch noch da Silva) auf die Bank oder gar die Tribüne aussortiert.

Hajnal hat bei Karlsruhe und Dortmund gezeigt, dass er eine Bereicherung für den Spielaufbau sein kann. Für den Spielaufbau der international ambitionierten Dortmunder ist er Klopp zu langsam, bei den Roten kann die Verpflichtung nach dem antrittsschwachen Arnold Jan Bruggink eigentlich nur eine Verbesserung bedeuten. Eine Führungsfigur wie Bruggink ist er natürlich nicht.

In Hannover würde er alte Bekannte treffen, schließlich ist Hannover mittlerweile KSC Filiale: Miller, Eggimann und Stindl könnten mit dem Ungarn eine Achse bilden, die KSC-Fans wohl gern wieder im Wildparkstadion sehen würden.

Manager Schmadtke sagt laut kicker.de:

„Wenn ich darf, kann ich sofort loslegen. Ich bin vorbereitet, das ist mein Job.“

Bleibt also abzuwarten inwiefern die kolportierten Namen dann auch die letztendlich Wahl der Vereinsführung sind. Ich hoffe nur, dass die Arbeit von Schmadtke weiterhin ohne großes Aufsehen geschieht. Das hat Hannover 96 in den letzten Monaten gut zu Gesicht gestanden.

Bei Hajnal stehen die Chancen nach kicker.de wohl nicht schlecht:

Der VfB Stuttgart soll sich um Hajnal bemühen, auch Schalke könnte noch ein Thema werden. In der Pole-Position befindet sich aber Hannover 96, das sich nun doch in der Lage sieht, das Gesamtpaket aus Leihgebühr und Gehalt zu stemmen.

Bis zum 31.August hat Hannover noch Zeit. Deshalb bin ich skeptisch, ob ein neuer Spieler noch vor dem Spiel gegen Schalke verpflichtet wird. Dort könnte man aber auch guten Gewissens mit der Frankfurt-Aufstellung antreten. Kämpfen können die Jungs ja und warum soll 96 nicht bei Schalke den Brandstifter spielen. Wäre doch schön, wenn das Pulverfass auch nächste Woche nicht in Hannover steht.

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