Zeuge Hannovas IV: Slomkas Handschrift

Man muss sich das einfach mal auf der Zunge zergehen lassen:

Drei Spiele.
7 Punkte.
Ungeschlagen.
Platz 4.

Da fällt es nicht ganz so schwer den späten Ausgleich gegen Leverkusen zu verschmerzen:

Neben der überzeugenden Punkteausbeute, die nach dem DFB-Pokalaus in Elversberg nicht einmal die größten Optimisten erwartet hätten, macht es auch noch Spaß der Mannschaft zuzuschauen. Die Mannschaft agiert als Team. Aus dem Abstiegskampf 2010 konnte scheinbar doch noch der Teamgeist in die neue Saison gerettet werden.

Das System mit Vierer-Abwehrkette, defensiven Mittelfeld- und laufstarken Außenspielern funktioniert überraschend gut. Ein zentraler Mittelfeldspieler wie Tamas Hajnal wird derzeit nicht vermisst. Die Mannschaft beginnt schon mit dem agilen Stürmerpaar mit der Defensivarbeit. Es wird offensiv verteidigt. Die Spieler gehen weite Wege. Nur so war es im Spiel gegen Bayer möglich, dass es nach der Hinausstellung der österreichischen Axt keine längeren Phasen drückender Überlegenheit für den Gast gab.

Und wenn eine Mannschaft 60 Minuten in Unterzahl spielt und es schafft im Spiel gegen den Titelaspiranten Leverkusen den fehlenden Mann vergessen zu machen, dann ist das ein großes Lob wert.

Man könnte einzelne Spieler herausheben, könnte das Laufwunder Ya Konan oder den unbeschwert aufspielenden Stoppelkamp loben, Pinto für sein überragendes Spiel oder Abdellaoue für die kurze Eingewöhnungszeit preisen, aber was vor allem auffällt ist die oben angesprochene mannschaftliche Geschlossenheit und die geglückte taktische Ausrichtung.

Man erkennt im Spiel den Plan des Trainers und kann die Grundidee nur so loben wie es auch der Trainer der Leverkusener, Jupp Heynckes getan hat:

Auch wenn noch nicht alles funktioniert bei Hannover 96, das ist eine Mannschaft. Eine Mannschaft die Leidenschaft hat. Sie hat außerdem zwei gute Stürmer, was ja im Fußball auch wichtig ist.

Und diese Stürmer werden in diesem System allen Anhängern der Roten noch viel Freude bereiten. 96 wird sicherlich nicht die gesamte Saison im oberen Drittel der Tabelle stehen, aber die sieben Punkte sind sicherlich hilfreich. Vielleicht erfüllt sich dadurch auch ein Wunsch des ehemaligen 96-Spielers Heynckes:

Ich hoffe, dass 96 am Ende der Saison ins gesicherte Mittelfeld vorstößt. Und dann ist unser Punkt am Ende auch mehr wert, als es jetzt vielleicht den Anschein hat.

So soll es sein.

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