Zeuge Hannovas VI: Bremens Bester war Klaus Allofs

Hannover 96 hat die hochambitionierten Kicker von Werder Bremen deutlich und hochverdient mit 4 zu 1 besiegt.

Was klingt wie eine Spielbeschreibung aus dem Nachwuchsbereich, ist die prägnante Zusammenfassung eines Spiels, das 96 die Punkte 8 bis 10 auf das Konto spült, ein großes Polster auf die Abstiegsplätze schafft und von einer ruhigen Saison träumen lässt.

Mit der Rückkehr der Innenverteidiger Pogatetz und Haggui bekamen wieder die elf Spieler das Vertrauen des Trainers, die seit der Verletzung von Carlitos die Stammformation der Roten bildeten.

Klar hatte 96 beim Eigentor von Clemens Fritz Glück (Kopfball Pogatetz) und natürlich war das ein dummes Foul im innerösterreichischen Clinch (Prödlklammer Pogatetz).

Dazu kann der Ball von Fritz an die Latte auch reingehen und beim Stand von 2:1 muss der Schiedsrichter einen Elfmeter geben.

Aber insgesamt war 96 deutlich stärker. Außer einer kurzen Phase nach dem 1:1 war der Gastgeber deutlich überlegen: Bremen gab Fromlowitz wenige Möglichkeiten sich auszuzeichen. Die Abwehr wirkte dank Haggui und Schulz auf seiner Stammposition links deutlich stabiler. Im Mittelfeld erarbeitete sich Hannover ein deutliches Übergewicht. Die defensiven Mittelfeldspieler Pinto und Schmiedebach gewannen die entscheidenden Zweikämpfe. Auf den Außen waren Stoppelkamp und Rausch wieder deutlich stärker als noch in Wolfsburg und Ya Konan und Abdellaoue hatten neben ihren Toren sogar noch weitere hochkarätige Chancen.

Ich komme mir beim Bloggen ein bisschen vor wie eine gesprungene Platte, denn man kann dieser Mannschaft nur wiederum ein großes Lob aussprechen. Die Spieler sind topfit, geben über die komplette Spielzeit alles und belohnen sich selbst.

Belohnt wurde auch Christopher Avevor, der gegen Wolfsburg ein starkes Spiel geliefert hatte. Er wurde kurz vor Schluss für Sergio Pinto eingewechselt, so dass der Mittelfeldmann für seine zuletzt starken Leistungen mit einem Sonderapplaus verabschiedet wurde und der junge Abwehrspieler erlebte das erste Mal, dass die Nordkurve lauthals seinen Namen rief.

Eine schöne Geste von Slomka, der in seinem 100. Spiel als Trainer den 50.Sieg feierte. Eine äußerst gute Quote für den Trainer, der 96 von einer ruhigen Saison im Mittelfeld der Tabelle träumen lässt.

Auf der anderen Seite stand Klaus Allofs mit großem Staunen vor den Kameras. Hatte er schon nach dem Heimspiel gegen Mainz geäußert, dass er sich nicht an solch einen schwachen Auftritt erinnern könnte, musste er erleben, dass die Bremer es noch schlechter können.

Ich persönlich finde, dass Allofs am gestrigen Abend der beste Werderaner war. Er echauffierte sich nicht über den nicht gegebenen Elfmeter beim Stande von 2:1 – wie es rotbäckige Manager es vorletztes Jahr vielleicht noch getan hätten. Nein, er war einfach nur schwer enttäuscht von der Mannschaft und ließ sie das heute wohl noch deutlicher spüren.

Einer der weiß wie sich Standpauken an der Weser anhören ist der Ausgerechnet-Torschütze Christian Schulz mit langjähriger Bremer Vergangenheit. Seine Äußerungen nach dem Sportschau lassen tief blicken:

„Das schöne ist, dass es wieder richtig Spaß macht hier zu Hause zu spielen. Wir wissen natürlich noch was letztes Jahr hier vorgefallen ist und von daher freuen wir uns darüber, dass die Heimspiele wieder zu Festtagsspielen werden, dass die Punkte hierbleiben in Hannover. Die Zuschauer sind zufrieden. Die Spieler sind zufrieden. Von daher gibt es keinen Punkt zu meckern momentan.“

Absolut nicht.

Die Aussage zeigt, dass die Spieler in Hannover die Situation richtig einzuschätzen wissen. Nach den Niederlagen in Elversberg und Wolfsburg ist klar, dass die Mannschaft sich nicht zurücklehnen darf. Der Erfolg der Roten ist harte Arbeit. Und die Arbeit wurde zurecht an den ersten fünf Spieltagen belohnt.

Wollen wir hoffen, dass das Aufbegehren der Namenlosen in Kaiserslautern fortgesetzt wird. Die Mannschaft hat das taktische Rüstzeug, den Willen und die Qualität, um auch diesem Gegner das Leben schwer zu machen.

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