Linkschau XVII: Fangesang & -brief, Fehl- & Blattschuss

Schönes Fundstück aus dem brasilianischen TV: der Reporter des Ablegers von ESPN musste ganz alleine vom Spiel von Arsenal London berichten. Die Fans schien das zu amüsieren. Die angestimmten Gesänge amüsierten dann auch den Reporter:

In Freiburg haben sie derzeit ein Luxusproblem auf der Torhüterposition. Florian von den 5 Freunden im Abseits setzt sich in einem sehr unterhaltsamen Brief an Trainer Dutt für den Ersatzmann Baumann ein:

Zweitens: “Pouplin hat über zwei Jahre toll gehalten. Mit ihm sind wir aufgestiegen und haben den Klassenerhalt geschafft.” – Sie glauben hier mit der normativen Kraft des Faktischen argumentieren zu können, doch ich, ich sage Ihnen nicht wegen, sondern trotz Pouplin wurde aufgestiegen und anschließend der Klassenerhalt geschafft Trotz nicht wegen, Sie erkennen den Unterschied.

Den ganzen Text gibt es hier.

Unterhaltsam wie der Brief an Robin Dutt ist die Geschichte des Schiedsrichters Byron Moreno – nur auf eine ganz andere Weise.

Er hamstert sie, die Superlative. Er war der schlechteste Schiedsrichter der Fussball-WM 2002; er wurde darauf zum meistgehassten Mann in Italien; er inspirierte die Gemeinderäte von Santa Teresa Riva auf Sizilien zum dümmsten Geschäft ihrer Legislatur – vier Pissoirs an der Strandpromenade nach ihm zu benennen; […]Sein Meisterstück als «Pfeifen-Ref» lieferte der Ecuadorianer am 18. Juni 2002 im WM-Achtelfinal Italien – Südkorea ab; in Taejon fehlten dem Mann mit den schläfrigen Augen sowohl Durchblick als auch Puste, trotzdem pfiff er so lange Fehlentscheide gegen Totti und Co., bis die Gastgeber in der 117. Minute durch ein Golden Goal endlich im WM-Viertelfinale standen. Wie die Azzurri musste Moreno subito die Heimreise antreten, in Quito traf er gemäss «Gazzetta dello Sport» mit Ehefrau und vielen vollen Koffern ein, ehe er in einem schicken neuen Chevrolet davonbrauste.

Jetzt wurde Moreno am Flughafen mit Heroin erwischt. Fünf Kilo. Direkt am Körper. Die ganze Geschichte gibt es bei NZZ Online.

Die Geschichte hinter diesem Tor ist scheinbar schwieriger als gedacht:

13 Jahre nach dem Sensationsschuss glauben Forscher, dass sie das Rätsel entschlüsselt haben. Die Netzathleten schreiben dazu:

Im Fachmagazin „New Journals of Physics“ veröffentlichte ein Team um den Pariser Physiker Guillaume Dupeux die Ergebnisse ihrer Experimente mit Plastikkugeln. Die Forscher schossen diese mit einer Schleuder durch ein Wasserbecken. Dabei veränderten sie jeweils das Tempo und die Rotation der Kugel.
Ihre Erkenntnis: Schießt man eine Kugel mit ausreichend Schwung und Rotation ab, erhält sie einen immer stärkeren Drall in eine Richtung. So war es auch bei Roberto Carlos‘ Freistoß: Hier stimmten Geschwindigkeit (der Schuss soll an die 150km/h schnell gewesen sein) und Rotation. Der Brasilianer traf den Ball mit dem Außenspann, was der Kugel eine Beschleunigung nach vorne und um die eigene Achse gibt. Luftverwirbelungen sorgen dann für die „krumme“ Flugkurve – allerdings nur in eine Richtung.

Ist also ganz einfach. Man muss nur noch die Entfernung zum Tor und den Luftwiderstand im Auge behalten.

Ob Physiker dieses unglaubliche Eigentor erklären können wage ich zu bezweifeln. Geschossen kann man das nicht nennen was Vitor Hugo von Santo Andre im Spiel gegen Portuguesa gemacht hat. Nenn wir es eine brasilianische Lösung (Achtung: lauter, schlechter Sound):

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