Zeuge Hannovas IX : Vier Nummern zu groß

Eine verdiente Niederlage. Punkt.

Dortmund hat vor allem in der ersten Halbzeit wie eine Spitzenmannschaft gespielt. Dem Druck, den den die Borussen in der gegnerischen Hälfte aufgebaut haben, konnte 96 oft nicht widerstehen. Beleg waren vor allem die zahlreichen Rückpässe auf Florian Fromlowitz, der den Ball nur noch wegschlagen konnte. Die Stürmer konnten sich nur in Kopfballduellen aufreiben und fanden in Subotic und im überragenden Hummels zumeist ihre Meister.

Dortmund erarbeitete sich einige Torchancen, das erste Gegentor entstand allerdings als Kagawa einmal die Sechszehnmeterlinie entlang laufen durfte, um dann für Fromlowitz unhaltbar abzuschließen. Eine Pausenführung mit zwei oder drei Toren Vorsprung wäre gerecht gewesen.

96 bekam in der Schlussphase der ersten Hälfte dennoch die Möglichkeit zum Ausgleich. Ya Konan konnte den Ball aber nicht auf das Tor bringen.

Nach der Pause ist Hannover dann besser ins Spiel gekommen, es blieb aber im Angriff bei einer viel zu hohen Fehlpassquote. Der eingewechselte Forssell hatte eine Möglichkeit und auch Stoppelkamp tauchte einmal gefährlich im 16er auf, wurde aber von Schmelzer nach dem Torschuss weggetreten. Da hätte man genauso einen Strafstoß pfeifen können wie man bei Beasley im Strafraum nicht Handspiel pfeifen musste.

Es lag auf keinen Fall am Schiedsrichter, aber es bleibt festzuhalten, dass Doktor Felix Brych in einigen Szenen merkwürdige Entscheidungen gegen die Roten traf. Wenn das in Zukunft mehr Schiedsrichter machen, dann braucht die Mannschaft sich allerdings auch nicht wundern, denn nach Hagguis idiotischer Aktion gegen den am Boden liegenden Blaszczykowski sind nun in elf Bundesligaspielen vier Mal 96-Kicker früher duschen gegangen und Hannover ist die Kloppertruppe der Liga.

So eine Aktion beim Stand von 0:2 kann man nicht erklären. Haggui hatte sich während der Partie mehrfach über seine Nebenleute aufgeregt und sah dann – ebenso wie Djakpa und Eggimann, die ihre Laufduelle gegen Piszczek und Barrios verloren hatten – ziemlich deplatziert beim Treffer von Barrios aus. Frustabbau auf eine unfassbar dämliche Weise. Das darf einem Führungsspieler wie Haggui nicht passieren.

Die Sperre wird sicherlich lang sein. Damit wird 96 einmal mehr in der Innenverteidigung umbauen müssen und man kann nur hoffen, dass Schulz und/oder Pogatetz wieder fit werden.

Dass Florian Fromlowitz den fälligen Elfmeter parierte ist mehr als eine Randnotiz. Der Keeper – in 96-Foren schon zur Diskussion gestellt – hat mit einer überzeugenden Leistung eine noch höhere Niederlage verhindert. Bei den weiteren Toren von Lewandowski und Blaszczykowski wurde er wieder von seinen Nebenleuten im Stich gelassen und war chancenlos.

Chancenlos war 96 gegen den BvB nicht, aber gegen die beste Mannschaft des Jahres 2010 mit 55 Punkten (Bayern Zweiter mit 53) ist diese Niederlage zu verkraften.

Für die kommenden Spiele kann man aber hoffen, dass Hannover 96 wieder zurück zum mutigen Spiel der ersten Partien findet. Die Mannschaft muss den Gegner – ähnlich der Spielweise der Borussen – schon in der gegnerischen Hälfte unter Druck setzen, um dann auch in der gegnerischen Hälfte Zweikämpfe zu gewinnen und gefährliche Konter zu setzen.

Dieses Ziel muss schon verfolgt werden, um den Druck auf das eigene Spiel zu verringern. Wird 96 in der eigenen Hälfte unter Druck gesetzt, bekommt die Mannschaft Probleme im Spielaufbau. Die Stürmer kamen so überhaupt nicht ins Spiel.

Wenn 96 schon in Mainz wieder Zählbares mit nach Hause nehmen will, muss also mutiger, fairer, engagierter und genauer gespielt werden. Schade nur, dass in der Innenverteidigung und im Mittelfeld schon wieder umgebaut werden muss. Haggui bekommt hoffentlich eine empfindliche Geldstrafe. Stoppelkamp hoffentlich eine wenig niederschmetternde Diagnose.

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