Leseempfehlungen I: Neonazis, Stadionverbote & FC-JHV

Ich hab mich mal wieder durch meine RSS-Feeds gewühlt und ein paar interessante Artikel gefunden. Aus meiner Sicht allesamt lesenswert.

Die NZZ Online berichtet im Artikel „In den Stadien auffällig unauffällig“ über Neonazis in deutschen Fußballstadien:

Rechtsextremismus im deutschen Fussball wurde gerne auf eine Erscheinung im Osten des Landes reduziert – als Problem unterklassiger Klubs in maroden Stadien. Regen Zulauf verzeichnet aber ausgerechnet der Bundesliga-Leader Dortmund.

Es gibt aber auch Positives aus Dortmund zu berichten. Laut Spiegel-Online.de plant man dort „Sozialstunden statt Stadionverbot“:

Die „Resozialisierung“ sieht gemeinnützige Dienste der Fans bei der Jugendhilfe oder im Seniorenheim vor. „Für jeden ausgesetzten Monat Stadionverbot ist an drei Stunden gedacht“, so BVB-Organisationsleiter Christian Hockenjos. Dortmunder Altenheime und eine Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie signalisierten Bereitschaft zur Zusammenarbeit. „Unsere Aufgabe ist es, nicht nur Punkte zu holen, sondern auch soziale Verantwortung zu zeigen“, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Bin ich ja mal gespannt, ob Trainer Jürgen Klopp nach seiner Aktion gegen den Schiedsrichter-Assistenten auch Sozialstunden ableisten muss. Eher bekommt er wieder einen Fernsehpreis. Die sind ihm allerdings eher unangenehm – wie gegenüber Freddie Röckenhaus in einem Interview für  Funkkorrespondenz zugab:

Sagen wir es so: Ich möchte sicher nicht in die Annalen eingehen als der Fußballtrainer, der zweimal den Fernsehpreis gewonnen hat, aber mit seinen Mannschaften leider nichts Bedeutendes.

Mir hat diese Fernsehsache zunächst einmal auch geschadet. Es gab dann solche Schlagzeilen wie: „Der Star in Mainz ist der Trainer“ oder „Klopp, der TV-Bundestrainer“ oder auch: „Klopp, der emotionale Zausel“…

Thomas Hahn kommentiert in der Süddeutschen Zeitung die Forderung von Hans Joachim Watzke, die Gelder nach Fans, Tradition und Co aufzuteilen:

Der Traditionsverein existiert im Grunde nur noch in der Gefühlswelt eines Publikums, das sich die besondere Verbundenheit zu seinem Lieblingsverein aus der Vergangenheit erklärt. Das teure Tagesgeschäft aber erledigen Betriebsgesellschaften und Managementetagen

Zum Runden Leder schreibt über einen Suspekten Siegerpokal:

Hintergrund sind Gerüchte, wonach der Silberschmied Ingelar Eklund die Worte “Bajen foerever” ins Innere des Pokals graviert haben soll. “Bajen” ist der Spitzname des schwedischen Erstliga-Klubs Hammarby IF, von dem der kürzlich verstorbene Eklund ein grosser Fan war.

Die Alternative Liste zum 12.Spieltag bei spox.com ist ebenfalls lesenswert. Unter anderem Punkt 6:

Wladimir Pinto verprügelt die Torfabrik: Hannover 96. Ein Verein wie ein Leitz-Ordner. Wenig sexy, man weiß nie, was drinsteckt, und – weiß der Teufel wie das kam – irgendwie hat er inzwischen einen Stammplatz im Regal. Hannover also gab sich die Ehre im Topspiel der Liga bei Mainz anzutreten. Topspiel. Mainz. Hannover. Ist wie eine gute Marinade: Muss man ein bisschen wirken lassen.

Aber jetzt kommt der eigentliche Hammer: Das Spiel war wirklich genießbar. Erst Sergio Pinto mit einer linken Klebe, die man höchstens Wladimir Klitschko zugetraut hätte. Dann Steven Cherundolo, der mal wieder gezeigt hat, warum er der Papa Schlumpf bei Hannover ist. Wobei Letzteres leider weniger mit dem Kapitänsamt als mit der Vorliebe für die Farbe Rot zu tun hat. Insgesamt ein gelungener Auftritt, also. Wir halten fest: Dieses Jahr wird man ausnahmsweise mal nicht mit seiner Steuererklärung fertig, wenn man sie während Spielen der 96er macht. Nicht nur Wolfgang Schäuble wird sich denken: Gott sei Dank gibt es noch den Effzeh.

Und wer die Live Kommentare zur Jahreshauptversammlung verfolgen bzw. nachlesen will, dem empfehle ich den 11-Freunde-Ticker mit dem Motto „Et hätt noch immer jot jejange?“, beim KStA, oder „Overath gibt sich kämpferisch beim Express. Letzterer hat ein Zwischenfazit gezogen:

Overath bleibt Präsident, Meier Manager, Schaefer/Lottner Trainer. Alles soll besser werden. Aber wie, dazu hat keiner eine Idee.

In diesem Sinne.

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Ein Gedanke zu „Leseempfehlungen I: Neonazis, Stadionverbote & FC-JHV“

  1. Ich muss gestehen, dass ich Rechtsextremismus im Fußball auch eher mit Italien verbinde oder mit „Problemclubs“ im Osten. Aber ausgerechnet im Pott?

    Stichwort Nationalsozialismus und Fußball. Zum dunklen, historischen Teil gibt es morgen einen Vortrag in Köln. „Hakenkreuz und rundes Leder. Fußball im Nationalsozialismus.“
    Im NS-Dokumentationszentrum Köln (Appellhofplatz), 19 Uhr.

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