Der nächste Gegner: Die mit der „Roten Laterne“

Eigentlich ist rot ein schöne Farbe. Mannschaften in roten Trikots sind per se sympathisch – vor allem wenn die Anhänger schwarz-weiß-grüne Fahnen schwenken. Aber ein „Rote Laterne“ – egal ob mit schwarz-weiß-grünem Haltestab oder nicht – will kein Verein in den Händen halten. So auch der Gegner des Hannoverschen Sportvereins von 1896 am kommenden Wochende: Borussia Mönchengladbach. Cartoonist Oli Hilbring hat den Trainer der Fohlen schon im November mit der Laterne beobachtet.

Vom Fanprojekt der Gladbacher Borussia wurde ich gebeten mir ein paar Gedanken zum Spiel Borussia Mönchengladbach gegen Hannover 96 zu machen. In leicht abgeänderter Form (zum Beispiel schreibe ich den Stadionnamen nicht jedes Mal groß) möchte ich sie auch hier veröffentlichen.

Als 96-Fan in Köln kann es schnell passieren, dass man als Fan von Borussia Mönchengladbach wahrgenommen wird. Die Vereinsfarben schwarz-weiß-grün scheinen vor allem FC-Fans so sehr zu blenden, dass die 96 auf dem Schal nicht gelesen wird. Besonders nach der Heimpleite des FC gegen Gladbach führte diese Verwechslung zu einigen unschönen Szenen. Aber gut, ein paar Verblendete gibt es bei jedem Verein – auch in Hannover. Und wenn man sich die Ereignisse rund um die Derbys in Köln anguckt, dann wirft das jedes Mal auch ein schlechtes Bild auf die Gladbacher. Ausnahmezustand zu Derbys okay – aber die ansteigende Gewaltbereitschaft zu solchen Spielen ist erschreckend.

Auf dem Weg zu Auswärtsspielen in Gladbach erlebt man als 96-Anhänger keine Gewalt. Die Anreise mit der Bahn von Köln nach Gladbach verläuft zumeist mit freundschaftlicher Stimmung in den Waggons. So sind die Gastspiele bei den Fohlen für „96 Kölsch“ gern besuchte Straßenbahnduelle. Nur schade, dass der BORUSSIA-PARK auf weitem Felde steht und denselben Charme wie die Arenen in Duisburg oder Wolfsburg versprüht. Hier hat die neue Heimstatt der Gladbacher deutlichen Nachbesserungsbedarf im Vergleich zum Bökelberg.

Ansonsten gefällt die Lautstärke der Heimfans schon. Das gehört sicherlich zum oberen Drittel in der Liga, was Lautstärke und Sangesfreude angeht. Drumherum scheint aber auch immer ziemlich viel Operettenpublikum zu sitzen, so dass es auch schnell zu Pfiffen kommt. Das hört man als Gästefan natürlich immer gern…

Nicht so gern blicken Hannoveraner auf die Ergebnisse in Gladbach – sie geben wenig Grund zur Vorfreude. Denn während die Heimspiele seit dem Wiederauftstieg 2002 aus Sicht der Roten meist sehr erfreulich gestaltet werden konnten (5 Siege, 2 Unentschieden, keine Niederlage – 19:6 Tore) und vor allem das Unentschieden in letzter Minute 2003 als letzte Klassenerhaltsmaßnahme in Erinnerung bleibt, so waren die letzten Auftritte im Borussia-Park wenig erfolgreich. Vor allem das Jahr 2009 war da ziemlich ernüchternd: Zunächst das Spiel im Februar als die 96er erst einen 2:0 Rückstand aufholten und dann doch mit einer Niederlage abreisten. Noch schlechter lief es im Dezember 2009 als Hannover nach Torschützen mit 6 zu 2 gewonnen hatte – doch leider waren drei davon Eigentore. Ein Spiel mit viel Slapstick erlebt man hoffentlich nur einmal. Kann man fast froh sein, dass der Doppeleigentorschütze Karim Haggui dieses Jahr gesperrt ist.

Bis zum Spiel wird man im Gespräch mit Gladbach-Fans sicherlich jedes Mal auf dieses letzte Aufeinandertreffen im Borussia-Park angesprochen. Zu groß war die berechtigte Schadenfreude. Als 96-Anhänger kontert man dann lässig mit dem DFB-Pokalfinale ´92. Dann sind die meisten relativ schnell wieder ruhig.

Dazu kommt noch der Blick auf die Tabelle, die Hannover auf Platz 4 zeigt und Gladbach mit der „Roten Laterne“. Da kann man dem sympathischen Ex-Co-Trainer der Roten, Michael Frontzeck, auf der Bank der Borussen noch so viel Glück wünschen, die Punkte sollen am Samstag mitgenommen werden. Schießlich hätte Hannover 96 dann nach 15 Spieltagen so viele Punkte wie in der Katastrophen-Saison 2009/2010 nach 32 Spielen.

Schön in Gladbach ist, dass man dann auf so einen Sieg noch im Stadion mit einem richtigen Bier anstoßen kann und nicht wie zum Beispiel in Köln nur Light-Plörre bekommt.

Nicht nur deshalb freut man sich auf ein faires schwarz-weiß-grünes Spiel – mit drei Punkten für den Club aus der alten Messestadt.

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Ein Gedanke zu „Der nächste Gegner: Die mit der „Roten Laterne““

  1. FC Nrnberg folgte fr Borussia Mnchengladbach ein Fuballfest gegen Bayer Leverkusen. Borussia Monchengladbach Hannover 96 04.12.2010 Raul Bobadilla Rote Karte.

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