Zeuge Hannovas XIV: 96 teilt nicht

Hannover 96 steht nach 15 Spieltagen auf dem 4. Tabellenplatz in der Fußball-Bundesliga. Mit einer Tordifferenz von minus 1. Mit 22 geschossenen Toren – seltener trafen nur fünf Mannschaften.

Das ist erstaunlich, bemerkenswert, vielleicht sogar merkwürdig – aber unverdient?

Nein, denn 96  fährt nach dem Motto „Lieber einmal 4:0 verlieren, als vier Mal 1:0“ ordentlich Punkte ein. Das Wichtigste dabei: 96 teilt nicht.

9 Siege, 5 Niederlage und nur ein Unentschieden. Weniger oder ebenso viele Remis schafften nur Dortmund, Mainz und Freiburg. Aktuell Erster, Zweiter und Fünfter in der Tabelle.

Auch am letzten Samstag haben die Hannoveraner sich nicht mit einem Unentschieden zufrieden gegeben. Gegen den Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach erspielten sie sich einen 2:1 Auswärtserfolg. Verdient? Ich meine ja. Dabei war die Hinausstellung von Raúl Bobadilla sicherlich hilfreich (in bester Marica-Almeida-Manier). Der Tritt ist sicherlich einen Präsentkorb aus Hannover wert. Entscheidend war die rote Karte nicht.

Entscheidend war, dass Hannover 96 über 90 Minuten nicht von der eigenen Linie abgewichen ist. Dass die Gladbacher sich aufs Kontern verlegten war nach der Hinausstellung klar. Hätten sie mit diesem Team aber auch mit 11 Mann machen müssen. Zu platt waren die Fohlen schon nach 65-70 Minuten.

96 gelang bei weitem nicht alles und es war mit Sicherheit nicht das beste Spiel der Saison: das Passspiel ist weiterhin extrem ausbaufähig und auch der Spielaufbau ist noch eine Baustelle für das Trainerteam. Aber durch engagiertes und geduldiges Spiel wurden trotzdem Torchancen erarbeitet. Hanke und Ya Konan trafen innerhalb von zwei Minuten. Da war es dann auch egal, dass Rausch den Ball kurz vor Schluss nur noch an die Latte schoss.

Auch wenn ich es in diesem Blog schon das ein oder andere Mal geschrieben habe: es ist nicht ein einzelner Spieler, der Hannover zum viertbesten Team der Liga macht. Nicht einmal der herausragende Didier Ya Konan. Es ist das System von Trainer Mirko Slomka, das die Mannschaft verinnerlicht hat. Es ist die Entschlossenheit mit der das Team zu Werke geht. Es ist die hervorragende Fitness, die – egal ob bei Sommerhitze oder Eiseskälte – zur besten der Liga gehört. Es ist die Überzeugung, die im Laufe der Hinrunde gewachsen ist, dass jedes Team geschlagen werden kann. Es ist die Fähigkeit Ausfälle zu kompensieren, jeden Spieler adäquat zu ersetzen. Es sind die Fans, die dieser Mannschaft (fast) nie ihre Unterstützung versagen. Es ist der Milchreis.

Und 96 ist in der „Ewigen Bundesligatabelle“ schon wieder einen Platz geklettert.

Als 96-Fan ist das Leben in diesen Wochen leicht. Die üblichen Argumente gegen die Roten sind abgenutzt oder unwahr. Manch Kollege oder Bekannter platzt vor Neid.

Um es mit den Worten von „96 Kölsch“-Präsident Axel zu sagen:

und selbst die bayern-riege hält mal ihre fresse…….was für eine schöne besinnliche Vorweihnachtszeit

In diesem Sinne: schönen Nikolaus!

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