Zeuge Hannovas: Folgt auf den Winterschlaf der Traumauftakt?

Es gab Streß in Wolfsburg. Dzeko wollte und durfte dann auch weg. In Hoffenheim kam erst ein Brasilianer aus der zweiten brasilianischen Liga für kolportierte 4 Millionen €uro. Ein anderer , Wellington, der auch mal fünf (!) Millionen €uro gekostet hat, ging still und heimlich und der beste Brasilianer, Gustavo, wollte und durfte dann auch gehen – was Hoffenheim zur Telenovela des Winters machte. Der Trainer ging. Der Mäzen wurde ob seiner undurchsichtigen Stellung angegriffen und ließ sich ziemlich offenen Einblicke ins Finanzgebaren der Hoffenheimer zu . Demba Ba trainierte dazu nicht. Er will – darf aber bisher noch nicht gehen. Auf Schalke wartete man erst auf Farfan, der gehen will und entweder nicht darf oder einfach keine Angebote bekam. Köln hat den Torwart ausgetauscht, einen Sportdirektor (ab Februar) und Spieler (einer auch erst ab Februar) in Japan gefunden. Dazu kam ein Außenverteidiger und ein Mittelfeldspieler. In Bremen ging Almeida und Avdic kam. Und in Gladbach haben sie ordentlich eingekauft: Nordtveit, Stranzl, Hanke.

Und was war mit Hannover?

Nix.

Außer letztgenanntem Wechsel von Mike Hanke an den Niederrhein gab es nur wenige Gründe für eine Pressemeldung aus Hannover. Es wurden zwar ein paar Namen gehandelt und dementiert (Fink, Landry N´Guemo etc.).  Die Vertragsverlängerung mit Trainer Mirko Slomka wurde verschoben.

Ansonsten war pressetechnisch Winterschlaf an der Leine. Zu Weihnachten gab es schon die Vetragsverlängerung mit Didier Ya Konan unterm Baum. Nachverpflichtungen wie im Winter 2009/2010 (Durica, Kone, Elson) waren nicht notwendig. Die Mannschaft konnte sich in Hannover und in der Türkei konzentriert auf die Rückrunde vorbereiten. Die Spieler mit Verletzungsproblemen hatten Zeit zu regenerieren und sich im Training fit für die Rückrunde zu machen.

Für die Rückrunde gilt in abgespeckter Form in den Vorschauen der Presseorgane trotzdem das, was schon vor der Saison über 96 gedacht wurde: viel reißen die nicht. Lediglich die vor der Saison beschriene Abstiegsgefahr wird jetzt nicht mehr vermutet. 31 Punkte. Da verstehen viele Journalisten bis heute nicht, wie es so viele werden konnten. Aber absteigen kann man mit solch einer Punktzahl natürlich nicht.

Aber mehr? Europa League? Nein. Quatsch. Bayern kommt ja noch. Schalke. Womöglich der HSV. Pizarro glaubt sogar noch an seine Bremer.

Mit dem Auftaktprogramm der Roten im Blick wird deshalb in den Blogs und den Zeitungen von einem punktarmen Start in die Rückrunde ausgegangen: in Frankfurt, gegen Schalke, in Leverkusen, gegen Wolfsburg und in Bremen.

Namhafte Gegner. Da hat 96 doch keine Chance. Ein bis drei Pünktchen. Höchstens.

Kann man aber auch anders sehen, denn: bis auf Leverkusen sind alle fünf mit Problemen behaftet:

  • Frankfurt: die komplette Verteidigung ist verletzt
  • Schalke: geht das Auftaktspiel gegen Hamburg verloren und der Eiertanz mit Farfan weiter, dann geht 96 sogar als Favorit in das Heimspiel
  • Wolfsburg: nach dem Abgang von Dzeko hat die Mannschaft ihren Kapitän, ihren Kopf verloren; der Trainer ist angezählt; die ersten beiden Spiele spielt der VfL gegen Bayern München und in Mainz.
  • Bremen: laut „Weserkurier“ verlor Werder im Trainingslager gegen eine Mannschaft, die „mit einem halben B-Team antrat“ und in dem „zwei Akteuren angesichts ihrer Konstitution durchaus eine gewisse Nähe zu Produkten
    der heimischen Küche nachgesagt werden darf“. Manager Allofs sagte vier Tage vor Beginn der Rückrunde: „Wenn wir so spielen, dann wird es schwer, überhaupt Spiele zu gewinnen.“

Dazu die Flutlicht-Begegnung in Leverkusen. Eine Überraschung ist in dieser Saison auch unterm Bayer-Kreuz möglich. Pogatetz verschenkt schließlich seine Axt-Grätschen nicht zwei Mal an einen Gegner.

Ist es bei dieser Ausgangslage vermessen zu träumen?

Zu träumen von einem ähnlichen Auftakt wie in der Hinrunde? Eigentlich nicht.

Die Mannschaft ist verletzungsfrei. Slomka kümmern höchstens ein paar Luxusprobleme: spielen Stoppelkamp, Stindl oder Schlaudraff auf rechts? Oder läuft Schlaudraff wieder im Sturm auf? Verteidigen Eggimann und Pogatetz wie zum Ende der Rückrunde oder kommt Haggui zum Einsatz?

Die Ausgangssituation ist hervorragend. Jetzt müssen die Roten nur noch ihr laufintensives, aggressives und konterstarkes Spiel der Hinrunde wieder aufnehmen, um den Hinrundestart zu kopieren. Ganz einfach…

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6 Gedanken zu „Zeuge Hannovas: Folgt auf den Winterschlaf der Traumauftakt?“

  1. @Birthe: Demba ist jetzt also weg. Aus meiner Sicht hat Hoffenheim jetzt ein Sturmproblem und die Unruhe im Umfeld wird noch einige Zeit bleiben.

    @Glücklicher Fan: Absolut richtig. Bin mal gespannt, ob er auf der linken Seite Rausch Konkurrenz machen kann. Hab ihn bisher erst einmal über 90 Minuten gesehen. Da war er schlecht. So wie alle anderen. War schließlich beim Spiel in Elversberg. Werde das beobachten und hier im Blog kommentieren.

  2. Es gibt doch einen (Quasi-)Neuzugang: Carlitos steht ab Februar zur Verfügung und galt vor der Saison bei vielen immerhin als einzige echte Verstärkung für 96…

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