Zeuge Hannovas: Die Tabelle lügt nicht.

Fotograph Axel LohseSonntag. 17 Uhr 20. Hannover 96 ist Tabellenzweiter der 1.Bundesliga. Nach dem 18.Spieltag.

Und selbts nach zwei Mal schlafen hat sich daran nichts geändert.

Siehe hier. Hier. Oder hier. Und natürlich hier.

Ja, da müssen sich einige die Augen wie wild reiben. Vor allem die Frankfurter. Die hatten sich schließlich schon vor dem Spiel beklagt, dass sie ja eigentlich den fantastischen Ligaauftakt verdient gehabt hätten. Vielleicht war das Ende August nicht hundertprozentig verdient – aber es war erarbeitet. So wie alle 34 Punkte.

Gestern wusste besonders die Defensive zu gefallen. Selbst in den Phasen in denen die Gastgeber Druck aufbauen konnten und sich – wie die meisten Gegner von 96 – Bestwerte in der Ballbesitzstatistik verdienten (60 zu 40), war Hannovers Abwehrarbeit hervorragend. Der überraschend eingesetzte Ron Robert Zieler gab der Abwehr Sicherheit. Er agierte ruhig und souverän. Lediglich eine Faustabwehr verunglückte. Der überraschende Wechsel hat sich ausgezahlt.  Ziele hat seine Chance genutzt. Es war das vierte Zu-Null-Spiel der Hannoveraner.

Davor bildeten Haggui und Pogatetz das Innenverteidigerduo. Eggimann musste auf die Bank. Es war auch auf dieser Position eine gute Entscheidung des Trainerteams. Pogatetz beschenkte sich zu seinem Geburtstag selbst. Sein unglaubliches Stellungsspiel und sein kompromissloses Auftreten sind bemerkenswert. Nebenmann Haggui spielte trotz der schwierigen Situation in seiner Heimat abgeklärt und nahezu fehlerfrei.

Auf den Außenbahnen machte Schulz einen guten Job und Rausch war extrem lauffreudig. Den starken Ochs hielten sie in Schacht. Auf der anderen Seite war Kapitän Cherundolo defensiv die personifizierte Konstanz, in der Offensive ging gewohnt wenig. Vor ihm hatten Schlaudraff und später Stindl ebenfalls viele Defensivaufgaben zu erledigen. Einige gelungene Angriffe konnten beide einleiten, hatten aber – wie der Rest der Offensivabteilung – Probleme mit der Passgenauigkeit im Spiel nach Vorne.

So ist der einzige Kritikpunkt der, dass Hannover 96 mit den zahlreichen Konterchancen so schlampig umging. Pinto und Schmiedebach erkämpften viele Bälle in der Zentrale und nahmen Alexander Meier komplett aus dem Spiel, doch die Konter wurden oftmals nicht clever genug ausgespielt. Abdellaoue und Ya Konan mühten sich, beiden sah man aber auch an, dass sie nach der Verletzungspause noch nicht wieder bei 100 Prozent sind. Didier Ya Konan versuchte sich dazu ein ums andere Mal mit der Hacke, was wenig Erfolg brachte.

Insgesamt war es aber ein überzeugender Auswärtssieg für die „Goldenen“. 16 zu 12 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache. Lediglich die Zweikampfwerte (60 zu 40 für Frankfurt) lassen Luft nach oben.

Die Mannschaft hat den besten Rückrundenauftakt geschafft, den man sich als 96-Fan nur wünschen kann. Jetzt geht es darum bei der wachsenden medialen Aufmerksamkeit die Ruhe zu bewahren und die neue Rolle anzunehmen: die Rolle als Favorit gegen Schalke 04 am kommenden Samstag.

Denn eines ist klar: es spielt der 2. gegen den 11. Das sind zwölf Punkte Abstand (soviel wie Dortmund auf seinen ersten „Verfolger“ hat). Ein klares und eindeutiges Bild. Denn wie auch Felix Magath weiß: die Tabelle lügt nicht.

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2 Gedanken zu „Zeuge Hannovas: Die Tabelle lügt nicht.“

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