Der nächste Gegner: Wolfsburger Wundertüte – Teil II

Wolfsburg hat nach der schwachen Rückrunde ordentlich eingekauft. Gestern haben die Blogkollegen die erste Hälfte – die bekanntere – der Wundertüte unter die Lupe genommen. Heute also Teil II. Dieter “Wir achten schon vermehrt auf Spieler, die schon Deutsch sprechen oder sich mit dem Erlernen der Sprache leichter tunHoeneß hat den  Kongolesen Dieudonné Mbokani, den Südkoreaner Koo Ja-Cheol und den Venezuelaner Yohandry Orozco verpflichtet.

Mbokani ist Stürmer. Sorgte aber bei seiner Ankunft zunächst nicht für Torgefahr sondern für Verwirrung. Es war nicht ganz klar, ob er nun Dieumerci (Gott sei Dank) oder Dieudonné (von Gott gegeben) heißt. Im TV hieß es sein Name wäre Dieumerci, sein Sohn hieße Dieudonné. Nun wird er aber auf der Homepage des VfL als Dieudonné Mbokani geführt. To be continued…

Wichtiger als sein Name sind seine Leistungsdaten: Der Kongolese ist 25 Jahre alt und gilt als schneller und athletischer Stürmer. In Lüttich traf er für Royal Standard de Liège zwischen 2007 bis 2010 in 82 Spielen 38 mal. Spielte Champions League und Europa League.

Im letzten Sommer wechselte er zum AS Monaco. Monaco spielt allerdings eine total verkorkste Saison. Der Champions League Finalist von 2004 kämpft in diesem Jahr gegen den Abstieg und Mbokani traf bei zehn Einsätzen nur ein Mal.

Jetzt wurde der Stürmer zunächst für ein halbes Jahr vom AS Monaco ausgeliehen. Wolfsburg besitzt dazu eine Kaufoption. Seine Rolle im Team der Wolfsburger wird sicherlich zunächst die des Jokers sein. Grafite, Helmes und der derzeit verletzte Mandzukic werden zunächst spielen. Dazu kommt die Ungewissheit, ob Steve McLaren in Zukunft mit einem oder zwei Stürmern spielen lässt.

Der fünfte Neuzugang Koo Ja-Cheol ist Mittelfeldspieler, hat aber bei der Asienmeisterschaft in Katar mit 5 Toren in 6 Spielen maßgeblichen Anteil am Halbfinaleinzug Südkoreas gehabt.Wenn man sich folgendes Video ansieht, sieht man aber auch, dass die Mannschaften bei den Asienmeisterschaften unterschiedliches Niveau haben:

Da ist der ein oder andere Verteidiger schon recht langsam unterwegs. Mit Koo haben sich die Wölfe dennoch ein 21-jähriges  südkoreanisches Talent geangelt. Mit seinem vorherigen Verein Jeju United FC wurde er Vizemeister in der südkoreanischen K-League und dazu in die Elf der Saison gewählt. Laut VfL-Manager Dieter Hoeneß wurde Koo von vielen internationalen Vereinen umworben.

Das stimmt zumindest im Fall der Young Boys Bern. Die wollten Koo auch, sagen auch, dass sie sich mit dem Spieler einig waren und lassen den Vorgang jetzt von der UEFA prüfen. Young Boys Manager Ilja Kaenzig – seines Zeichens ehemaliger 96-Manager – ärgert sich schon sehr über diesen Koo-Handel. Laut Hoeneß ist bei dem 1,4 Millionen schweren Transfer alles sauber gelaufen. Bleibt zu beobachten wie die UEFA den Fall bewertet.

Koo Ja-Cheol & Yohandry Orozco

Koo soll langsam in die erste Mannschaft integriert werden. Er wurde mit einem Vetrag  über dreieinhalb Jahre bis zum 30. Juni 2014 gebunden.

Sechster Neuzugang ist Yohandry Orozco, der wohl unbekannteste Neue. Zuletzt spielte er beim Zulia FC aus der Stadt Maracaibo, dem aktuell 10. in der ersten venezoelanischen Liga. „Er ist dribbelstark, schnell und dynamisch und darüber hinaus im offensiven Mittelfeld sehr vielseitig einsetzbar“ – sagt Hoeneß über den 19-Jährigen. Orozco ist siebenfacher A-Nationalspieler Venezuelas. Zuletzt spielte er für sein Land bei der U-20-Südamerikameisterschaft in Peru. Als Kapitän gelang ihm gegen den Gastgeber ein wunderbares Tor:

Einige ziehen ob des Tores schon Vergleiche mit Maradona. Für die Finalrunde konnte er sich mit seinem Team trotzdem nicht qualifizieren. Wie Koo wird auch Orozco zunächst aller Voraussicht nach nicht in der ersten Mannschaft des VfL zu sehen sein. Orozcos Vertrag läuft ein Jahr länger als der von Koo – bis zum 30. Juni 2015.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die Talente trotz Sprachbarriere im neuen Kulturkreis durchsetzen können. Für die Spieler persönlich kann man nur hoffen, kann man nur hoffen, dass es besser läuft als beim U-20-Weltmeister Abuda, der in zwei jahren Wolfsburg lediglich ein Mal eingewechselt wurde, dann nach Belgien abgeschoben wurde und heute arbeitsloser Fußballer ist – mit 24 Jahren.

Im Kader steht von den oben beschriebenen heute nur Mbokani. Wer aber in der Startelf steht ist noch nicht klar. Dazu in Kürze mehr…

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