Der nächste Gegner: So lief es gegen den FC

Wenn man in Köln lebt und Fan von Hannover 96 ist, dann sind die Spiele des eigenen Lieblingsvereins gegen den ortsansässigen Bundesligisten natürlich die wichtigsten der Saison. Man will sich schließlich nicht ein halbes Jahr lang die Verunglimpfungen von FC-Fans anhören. Einige Spiele in Köln habe ich schon mitgemacht und zu meinem Glück war der Spielausgang oft wünschenswert. Das letzte Spiel in Köln stimmt im Rückblick nachdenklich:

2009: Den letzten Auftritt hatte 96 im Oktober 2009 in Köln. Im Tor der Roten stand nach Wochen mit dem guten Ersatztorwart Fromlowitz wieder Robert Enke. Eine Viruserkrankung war nach offizieller Aussage der Grund für sein Fehlen in den Spielen zuvor. Wer die Enke-Biographie gelesen hat, der weiß, dass es andere Gründe waren, die den Nationaltorwart hinderten. Enke lieferte in seinem vorletzten Fußballspiel eine gute Leistung und was viel bemerkenswerter war: er verschaffte der Mannschaft eine Ruhe und Souveränität, die die Roten in den Wochen zuvor hatten vermissen lassen. Im Gästeblock waren alle froh, dass Enke wieder zwischen den Pfosten stand – auch wenn es an den Leistungen von Fromlowitz nichts Auszusetzen gab. Die Ausstrahlung Enkes auf dem Fußballfeld  war an diesem Tag enorm. Rosenthal gelang nach Vorarbeit von Ya Konan das einzige Tor des Nachmittags.

2008: Die Gäste von der Leine bestimmten große Teile der Partie dieser Freitagabendpartie im November, erkämpften sich ein Chancenplus, hatten nach 90 Minuten dennoch nichts zu feiern. Zwei Duseltore des FC und viel Pech im eigenen Abschluss bescherten Hannover eine recht unnötige Niederlage. Schlaufdraff hatte 96 nach einer guten Viertelstunde in Führung gebracht, Geromel glich kurz vor der Halbzeit aus und der eingewechselte Sanou traf zwanzig Minuten vor dem Abpfiff zum 2:1-Siegtreffer. Jiri Stajner bekam kurz vor Schluß nach einem Ellbogencheck gegen Roda Antar den einzigen Platzverweis in 229 Bundesligaspielen.

2005: Besser lief es für Stajner drei Jahre zuvor. Ewald Lienen hatte den Tschechen an alter Wirkungsstätte anstelle von Hasehmian aufgeboten. Lienens Gegenüber Uwe Rapolder hatte auf den Prinzen Podolski verzichtet und ihn auf die Bank gesetzt. Die erste Halbzeit war zum Gähnen langweilig, aber in Hälfte 2 kamen vor allem die Gästefans auf ihre Kosten.
Zunächst jubelten allerdings die FC-Fans. Nicht nur weil Podolski eingewechselt worden war. Viel mehr war es Albert Streits Führungstreffer nach Vorarbeit von Peter Madsen zwei Minuten nach Wiederanpfiff. Nur eine Minute drehte dann Stajner auf und traf zum Ausgleich. In den folgenden zwanzig Minuten schossen Ricardo Sousa per Foulelfmeter und Thomas Brdaric mit einem Doppelpack den FC ab. Meine Freude ob des Sieges und ein paar hämische Kommentare lassen sich hier nachlesen.

2003: Zwei Jahre zuvor brachte ebenfalls Brdaric die 96-Fans zum Jubeln. Kurz zuvor hatte der Stürmer unter Bewweis gestellt, dass er nicht singen kann. Zum Glück klappte es mit dem Kicken besser. Seinen Führungstreffer bejubelte auch der Bundesligadebütant Per Mertesacker. Der Pattenser aus der Jugend von 96 durfte als rechter Verteidiger debütieren und hinterließ einen desolaten Eindruck. Nach 45 Minuten war seine Premiere beendet. Cherundolo drufte vor 33.000 Zuschauern zurück auf seine angestammte Position, denn 96 hatte Glück, dass es nach Scherz Ausgleichstreffer noch unentschieden stand. Vor allem Marc Ziegler verdiente sich als sicherer Rückhalt Bestnoten.
Dank Kölns mangelhafter Chancenverwertung reichte ein Konter, um einen Auswärtssieg in Köln zu feiern. Daniel Stendel traf nach feiner Vorarbeit per Hacke durch Krupnikovic.

1999: Im November des Jahres spielten Köln und Hannover in der 2.Liga. Der FC war Spitzenreiter. 96 dümpelte im Mittelfeld herum. Der klare Favorit setzte sich mit 3:1 durch. Vor 23.500 Zuschauern traf Dirk Lottner doppelt. Christian Timm sorgte für den Endstand. 96 konnte sich nur über den zwischenzeitlichen Ausgleich durch ein Eigentor von Ralf Hauptmann freuen.

Im Februar desselben Jahres sah es für die Roten zwar tabellarisch nicht besser aus. Dem FC ging es im Jahr nach dem ersten Bundesligaabstieg aber noch schlechter. Die von Bernd Schuster trainierte Mannschaft war nur 11. Und obwohl die Kölner nach der 6:1 Hinspielklatsche eigentlich hätten motivierter sein müssen, konnten sich vor nur 17.000 Zuschauern die mitgereisten 96-Anhänger an diesem Freitag Abend über die Tore von Igoris Morinas und Markus Kreuz freuen.

1987: Zum Abschluß noch ein Spiel an das ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern kann, aber es ist das einzige zu dem ich Videomaterial im Netz gefunden habe. Der 1.FC in der Spitzengruppe der Tabelle. 96 chancenlos gegen eine Mannschaft die – trainiert von Christoph Daum – voller klingender Namen war: Littbarski, Häßler, Kohler, Olsen, Allofs usw. Bemerkenswert wieviel Zeit die Spieler am Ball haben und wieviel gegrätscht wird. Bemerkenswert sicherlich auch die Frisur von Reinhold Beckmann.

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