Leseempfehlungen: geliebte, blinde, türkische & weibliche Fußballer

  • Das ist doch mal eine vorbildliche Aktion. Der Sportsender ESPN hat sämtliche Werbeverträge seiner Moderatoren veröffentlicht. Auch wenn Moderatoren deutscher Sender womöglich nicht solche wandelnden Litfaßsäulen wie ihre amerikanischen Kollegen sind, so wäre es doch interessant für welche Wurst, Biermarken und Klamottenlabels die Journalisten Werbung machen.
  • Der Isländer Kári Tulinius hat bei „The Run Of Play“ einen wunderbaren Text mit dem Titel „The Velvet Underground And Raúl„. Wenn ihr den Song „My Only Child“ von Nico nicht kennt, dann hört ihn Euch zunächst an (oben rechts auf der Seite) und genießt dann die feine Liebeserklärung für den besten Schalker gegen Inter. Ein Ausschnitt:

After being floored by “My Only Child,” I made it my mission to correct my error of presumption and seek out Nico’s solo works. The three albums she made from 1969-74, The Marble Index, Desertshore and The End, all rank among my favorite records. Her songwriting is unique and wonderful, her lyrics haunting and her musical vision unforgettable. I resolved after that to be more careful about judging artists based on only a small glimpse of their work. Yet I still make this mistake over and over again. The latest eye-opener was watching Raúl play for Schalke against Inter Milan in the second leg of their Champions League tie.

  • Moritz hat im „Sportteil“ zieht auch seinen Hut vor einem Mann im Fußballgeschäft. Es ist ein gelungenes Dankeschön an einen Trainer, der so gar nicht nach Köln passt und gerade deshalb eigentlich die ideale Lösung wäre:

Trotzdem ist es schade, dass er jetzt geht. Und dieser Schritt nötigt mir Hochachtung ab. Ich glaube nicht, dass es an den vielen internen Gründen lag. […] Ich glaube, Frank Schaefer hat auch in der Rücktrittserklärung die Wahrheit gesagt, so wie er immer aufrichtig war. Diesem Mann liegt nichts an Rampenlicht, an Glamour, großer Karriere und Reichtümern auf dem Konto. Der Mann möchte in seiner Stadt, bei seinem Verein Fußball arbeiten, und er möchte irgendwann nach Hause gehen und Privat- und Familienmensch sein. Dass dieser Wunsch so außergewöhnlich erscheint verdeutlicht noch einmal, wie degeneriert narzisstisch der Profifußball ist. Ich finde es schade, dass Frank Schaefer geht, aber ich habe enormen Respekt vor dieser Entscheidung. Der Verein wäre gut beraten, diesen Mann so lange wie möglich zu halten, wo auch immer. An dem hat man was. Danke, Frank Schaefer.

  • Konrad Stahlschmidt hat einen lesenswerten Artikel über Bindenfußball geschrieben: „Kick im Dunkeln“ beschreibt den Blindenfußball anläßlich des anstehenden Ligabetriebs. Dazu gibt es einen Beitrag von Spiegel TV.

Blindenfußballspiele dauern zweimal 25 Minuten. Sie sind in Deutschland noch etwas Besonderes. In Spanien und Brasilien, wo Blinde seit 20 Jahren organisiert kicken, ist das anders. Dort kommen bis zu dreitausend Fans in die Stadien.

Nicht so bei der „Coppa“, hier herrscht Stille – zumindest auf den Zuschauerrängen. Celebi richtet den Blick ins Nichts hinter die Torauslinie und wartet auf Anweisungen oder auf ein Anspiel, das sich durch die nähernde Ballrassel bemerkbar machen würde. „Richtung Tor!“, hört er seinen Trainer Wolf Schmidt brüllen. Allgegenwärtig ist auch das monotone „voy“ (spanisch: „Ich komme“). Es ist das Signal, das jeder Spieler regelmäßig rufen muss, um seine Mitspieler zu warnen.

  • Den Hinweis zum Artikel habe ich bei „Cupstadt“ gefunden. Dort gab es auch einen würdigen Kandidaten für das „Tor des Monats“:

Ich mag die Intensität des türkischen Fußballs, und so fremd sie mir selber hin und wieder in ihren Ausbrüchen erscheinen mag, bewundere ich immer wieder die extreme und bedingungslose Identifikation der Anhänger türkischer Vereine. Auch wenn ich jetzt ein Klischee auspacken muss, aber: Für die Leute in der Türkei ist Fußball eine Religion. Und das gefällt mir.

  • Weil ja bald die Frauenfußball-WM in Deutschland ansteht hier ein Mädel, dass Besonderes am Ball kann und damit auch noch Geld für den guten Zweck sammelt:

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