Nico Frommer, Moses Sichone, Christian Demirtas. Fußballer. Arbeitslos.
Diese drei und einige weitere Kicker weilen derzeit im Sportpark Wedau in Duisburg und halten sich fit in der Hoffnung, dass sich ein Club meldet, zum Probetraining einlädt und einen Vertrag anbietet. Steffen Schneider hat sie für die FAZ besucht: “Turm der Hoffnung”
„Früher war der Profibereich ein geschlossenes System. Wer einmal drin war, der ist auch drin geblieben“, sagt Baranowsky. Das habe sich grundlegend geändert: Für die Zukunft erwartet der 36-Jährige, dass proportional mehr Spieler in den Genuss einer Profikarriere kommen, deren durchschnittliche Dauer aber kürzer wird – das Angebot regelt die Nachfrage, die zumindest für Spieler im fortgeschrittenen Alter bescheidener denn je ist.
Und weil in diesen Regionen wenig Geld zu machen ist, hat man auf dem Dachboden nachgeschaut und Transfereinnahmen gemacht, die sich jeder Verein wünscht: Man entrümpelte das Clubhaus, machte einen schöne Katalog bei Sotheby´s und mach dann ein paar Millionen Gewinn. 1,42 Millionen Pfund hat der Verein allein durch den Verkauf des ältesten Fußball-Regelbuches der Welt gemacht (siehe Bild links). Mehr Bilder gibt es bei Wong Wong.
Bei Union Berlin gibt es aktuell große Diskussionen rund um die Vergangenheit des Präsidenten, zu DDR-Zeiten. Die Blogger vom “Textilvergehen” haben das zum Anlass genommen in einem Podcast über die Problematik zu sprechen. Die Hintergrundgeräusche sind zwar teilweise zu laut und der Podcast mit über 50 Minuten Spielzeit recht lang, die Diskussion ist aber unbedingt hörenswert: 1.FC Union Berlin – Ein Fußballclub in der DDR
In Deutschland sind sie ja weitesgehend ausgestorben, die extovertierten Präsidenten. In Italien gibt es sie noch. Zum Beispiel beim SSC Neapel. Sidan von “El Fútbol” hat da einen lautstarken aber zum Ende recht unglamourösen Auftritt von Aurelio De Laurentiis dokumentiert: Abgang
Der Film “Tom meets Zizou – Kein Sommermärchen” in der Kritik. Zum Lesen (mit Videos) hier und zum Nachhören als Podcast unten:
Fußballprofi zu werden ist schwer. Im Falle von Thomas Broich müsste es wohl aber heißen: Fußballprofi zu sein ist schwer.
Denn Thomas Broich ist zwar ein guter Fußballer und schaffte schon früh den Sprung ins Profigeschäft, aber der ganz große Erfolg bleibt ihm verwehrt, denn das Fußballgeschäft und Thomas Broich – das passt irgendwie nicht zusammen.
Broich hat – im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen nicht nur den Fußball im Kopf. Nein, er liest Bücher, er macht sich Gedanken über Ethik, Moral und worum es im Leben wirklich geht. Er spielt Klavier oder Gitarre und dass er auf Autofahrten schon mal Carl Orff hört, trägt ihm bei seinen Teamkollegen den Spitznamen „Mozart“ ein.
So sticht Broich nicht nur fußballerisch sondern auch als Person aus der homogenen Masse der Fußballprofis heraus und wurde wohl auch deshalb für den Filmemacher Aljoscha Pause interessant, der Thomas Broich ab 2003 mit der Kamera begleitet hat.
Aus den Aufnahmen ist eine Langzeit Dokumentation entstanden, die Broich bei seinem rasanten Aufstieg begleitet. Der Mittelfeldspieler steigt mit seinem Verein Wacker Burghausen in die zweite Liga auf, sorgt auch dort für Furore und findet so seinen Weg in die Bundesliga zu Borussia Mönchengladbach. Auch dort macht Broich positive Schlagzeilen und gilt neben Schweinsteiger, Lahm und Podolski als große Hoffnung für die WM 2006, was ihm auch einen Besuch im Aktuellen Sportstudio beschert.
Broich kokettiert in dieser Zeit mit seinem Image des „anderen Fußballprofis“. Er wird von den Medien gefeiert und ist auf dem Weg ein erfolgreicher Fußballer zu werden.
Doch dann verlässt den Jungprofi scheinbar das Glück. In Gladbach läuft es nicht mehr für den Verein, Broich kommt mit dem neuen Trainer nicht klar und in den Medien wird das zuvor positive Mozart-Image gegen ihn gewendet.
In dieser Situation wird der Film „Tom meets Zizou“ spannend und verdient sich seinen Titel „Kein Sommermärchen“, denn in dieser Zeit werden die Schattenseiten den Fußballgeschäfts aufgedeckt.
Broich äußert sich ganz offen. Spricht vor der Kamera über seine Probleme als Profi und lässt so einen Einblick in die sonst so glitzernde Fußballwelt zu, der einem normalerweise verwehrt bleibt.
Dazu spielt es dem Film in die Karten, dass Broichs Karriere keine lineare Erfolgsstory ist.
Es ist eine Geschichte über große Hoffnungen und Selbstüberschätzung. Ein Film über Erfolg und gnadenloses Scheitern. Es ist eine Dokumentation über verschenktes Talent und über das Festhalten am eigenen Weg zum Glück.
Und dieser Weg, bei dem sich Broich allzu oft selbst im Wege steht führt den Fußballer zum ersten 1.FC Köln. Broich spielt zwar „nur noch“ 2. Liga, schafft mit dem FC aber den Aufstieg und erlebt glückliche Tage in seiner Wohngemeinschaft.
Das Verhältnis zum Profifußball bleibt dennoch zwiegespalten, was der Film vor allem in einer Sequenz zeigt, in der Aussagen seines Trainers Christoph Daum mit Broichs Statemenst gegeneinander geschnitten werden.
Es ist dann auch folgerichtig Zeit für einen Wechsel. Broich wechselt zum 1.FC Nürnberg, wo er mit Michael Oenning auf einen Trainer trifft, der ihm menschlich nahe ist und die Probleme Broichs mit dem Profigeschäft nachvollziehen kann.
Als es selbst bei seinem Freund Oenning nicht läuft und auch unter dessen Nachfolger Dieter Hecking keine Besserung in Sicht ist, fällt Broich in ein Loch. Es sind depressive Züge, die der einst gefeierte Nationalmannschaftsanwärter annimmt
Und so ist es nur folgerichtig, dass Broich einen Schlußstrich unter das Kapitel Bundesliga setzt. Er sucht das Abenteuer und neue Erfahrungen in Australien. In Brisbane spielt er groß auf und gewinnt zum Ende des Filmes die australische Meisterschaft.
Diese Meisterschaft ist der Schlußpunkt eines mit 135 Minuten etwas zu lang geratenen Filmes.
Für Zuschauer, die sich nicht für Fußball interessieren, ist es teilweise eine Qual den priviligierten Kicker zu sehen, der in Selbstmitleid versinkt, die Schuld nur bei anderen sucht und immer wieder mit seiner Andersartigkeit kokettiert.
Für Fußballfans ist der Film eine tiefe, ungewohnte Einsicht in die Welt des Profifußballs. Die Dokumentation portraitiert einen guten Fußballer, der nicht die große Karriere macht, die ihm einst prophezeit wurde.
Aber gerade die Abbildung eines Spielers, der nicht nur die Sonnenseiten erlebt und sich dabei von der Kamera begleiten lässt, macht „Tom meets Zizou“ zu einem wichtigen Stück Fußballkultur.
WDR.de stellt traditionsreiche Fußballclubs in einer Serie vor. Im ersten Teil werden Fortuna Köln sowie Preußen Münster und Rot-Weiß Essen portraitiert. Sonntag soll es dann mehr geben.
Für fußballaffine Leser wenig Neues, aber nett.
Über Daniel Drepper bin ich auf einen tollen Artikel von Eric Mwamba gestoßen. Mwambas Text “Aus Liebe zum schönen Spiel” über Tanohs Fußballträume, Fußballakademien in Afrika und Kinderhandel macht nachdenklich:
Mit jugendlichen Fussballern aus Afrika werde gehandelt wie mit Schuhen aus China, sagt auch Gilles Garnier, ehemaliger Kabinettsdirektor im französischen Sportministerium. «Die Klubs verdienen ihr Geld, indem sie billig Talente kaufen, diese vorwärtsbringen und dann mit einem grossen Profit an andere Klubs verkaufen. Es lohnt sich, tausend Spieler aus Afrika zu holen, selbst wenn man am Schluss nur mit zwanzig das grosse Geschäft machen kann.»
Die Fans von Darmstadt neigen zu besonderen Anreisen zu Auswärtsspielen. Weil Darmstadt-Fan Daniel Werner eine Wette verloren hat, läuft er die knapp 200 Kilometer zum Auswärtsspiel nach Aalen zu Fuß. “11 Freunde” – Redakteur Andreas Bock hat mit ihm gesprochen: »Ich bekam ein bisschen Muffensausen«
Zum Abschluß noch ein Video von einem ganz hervorragenden Prediger namens Joe Nelms, der in den USA vor einem NASCAR – Rennen die richtigen Worte findet, um Jesus und Gott zu denken – und um die Fahrer, die Soldaten und die Fans anzuheizen (via Nothing To Do With Arbroath):