Singende Sportler (2): Uli Borowka

Ulrich, genannt Uli, Borowka war in der Bundesliga für Borussia Möchengladbach und Werder Bremen aktiv. Zwischen 1981 und 1996 hat der beim DSC Wanne Eickel ausgebildete Kicker 388 Spiele absolviert. Als Verteidiger bekam er den Beinamen „Eisenfuß“ und als Olaf Thon 1984 sein Bundesligadebüt feierte, begrüßte Borowka den Schalker mit den Worten:

,Ich brech‘ dir gleich beide Beine.‘

Trotz der eher groben Spielweise wurde Borowka mit Werder 1988 und 1993 Deutscher Meister, holte 1991 und 1994 den DFB-Pokal und konnte sich 1992 über den Gewinn des Europapokals der Pokalsieger freuen. Bei den Pokalfeiern zeigte sich dann aber auch ein weiteres Talent des kleinen Sauerländers: er war stark am Glas.

,Während die anderen nach drei oder vier Bier genug hatten, soff ich einfach weiter.‘

Trotzdem trug Uli Borowka auch das Trikot der deutschen Nationalmannschaft er sechs Mal und nahm an der Europameisterschaft in Deutschland 1988 teil, bei der er in allen vier Spielen der DFB-Elf zum Einsatz kam. Laut eigener Aussage besitzt er aus dieser Zeit sogar ein Trikot von Diego Armando Maradona, auf den er in seinem ersten Länderspiel gegen Argentinien am 2. April 1988 traf:

,85 Minuten lang trat ich auf ihn ein, dann war das Spiel vorbei, wir gewannen 1:0, und ich fragte ihn nach seinem Trikot. Wie der geguckt hat‘

Nach der Europameisterschaft wurde Borowka nicht mehr berücksichtigt. Weil ihm Berti Vogts die Schuld für das verlorene Halbfinale gegen Holland in die Schuhe schieben will, kehrt Borowka der DFB-Auswahl den Rücken.

,Der Fußball bietet sieben Gründe zu saufen: Jeder Wochentag ist einer.‘   

1996, mitten in seiner schlimmsten Phase als Alkoholiker, verlässt Borowka Werder Bremen. Nach kurzer Station in Hannover, wechselt Borowka 1997 zu Widzew Lodz und war damit der erste deutsche Fußballspieler in einer osteuropäischen Profiliga, der Ekstraklasa in Polen. In Oberneuland beendet der schwer kranke Verteidiger 2000 seine Karriere.

Nach dem Ende seiner Karriere war er wegen alkoholbedingter und familiärer Probleme in den Medien. Erst in der Entzugsklinik Bad Fredeburg wird ihm geholfen. In den Jahren 1997, 2000 und 2001 arbeitete er als Trainer bei den Oberligisten FC OberneulandBerliner AK 07 und Türkiyemspor Berlin.

Heute ist Borowka seit 11 Jahren trocken und sagt über seine Aufnahme mit der Bremer Punkband Dimple Minds:

,Im Original ist das Lied ja von Harald Juhnke. Vielleicht bin ich das: der Harald Juhnke des Fußballs. Mit dem Unterschied, dass ich noch lebe.‚ 

Barfuss oder Lackschuh“ – Dimple Minds mit Uli Borowka:

Ein sehr lesenswertes Interview mit Uli Borowka findet ihr auf 11Freunde.de: „…dann wäre ich heute tot“

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