Kategorie-Archiv: Fuppes Generale

One Night In May

Welches ist das spektakulärste Fußballspiel aller Zeiten? Für Fans des FC Liverpool gibt es da wohl nur eine Antwort: Das Champions League Finale 2005. Die Reds waren zwar nur Zweiter in der Gruppenphase geworden, konnten sich dann aber durch Siege gegen Bayer Leverkusen, Juventus Turin und den Chelsea Football Club für das Finale in Istanbul qualifizieren.

Gegner am Bosporus war der AC Mailand, der als klarer Favorit ins Spiel ging. Paolo Maldini stand kurz davor seinen fünften Titel in der Königsklasse zu gewinnen, für Clarence Seedorf – der mit drei verschiedenen Clubs die Champions League gewonnen hatte – wollte zum vierten Mal den silbernen Henkelpott in Händen halten.

Auch ein Deutscher sollte im Finale auflaufen: Dietmar Hamann. Doch Trainer Rafel Benitez verzichtete zunächst auf den Nationalspieler und wurde aus deutscher Perspektive direkt mit dem ersten Gegentor in der ersten Spielminute bestraft. Bis zur Halbzeit schenkte Hernán Crespo den Engländern zwei weitere Tore ein.

Zur zweiten Hälfte kam dann Hamann für Steve Finnan eingewechselt und mit Anpfiff der zweiten Halbzeit begann das Spiel die Dramatik aufzunehmen, die das Spiel bis heute so legendär macht.

Ich will an dieser Stelle gar nicht mehr über den Spielverlauf berichten, der die unglaublichsten sechs Minuten für ein Fußballspiel bereithielt, sondern auf eine Dokumentation hinweisen, die in einer knappen Stunde das Spiel sowohl aus der Perspektive von Spielern und Journalisten als auch aus Fansicht aufarbeitet. Besonders der Fan, der den Fehler machte das Stadion zu früh zu verlassen – obwohl doch jeder wissen sollte, dass man das nicht tut – sei an dieser Stelle hervorgehoben.

Es ist die Dokumentation eines Finales wie man es sich tausend Mal wünscht, aber wohl nur ein Mal im Leben erlebt. Wenn überhaupt. Es gibt sie aber. Manchmal. Diese eine Nacht im Mai.

P.S.: Wer selbst mal bei einem Finale der Champions League im Stadion erleben möchte, der hat die Chance Tickets für das Finale in London zu gewinnen: Das Gewinnspiel findet ihr hier.

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Unter Den Ersten Elf

Blog 11

Überragend wie  Trainer Baade in seinem Text Zwischen den Feiertagen ganz grau ins Innenleben von Fußballfans blickt. Lesenswert auch die Bekenntnisse von Daniel Drepper, der sich in Sport an der Grenze zur Sucht – mein Erfahrungsbericht seinem eigenen exzessiven Hang zum Sporttreiben widmet. Oder der Magische FC, der in Hoffenheim zahlt die Kasse den Verdacht der Willkür beim DFB in Bezug auf die Vorkommnisse rund um den Tröten-Skandal in Sinsheim ausführlich begründet. Wunderbar auch der Ticker zum Super Bowl 46: New England Patriots – NY Giants auf allesaussersport.de, wo Kai Pahl durch Fachwissen und Wortwitz glänzt. Oder der Rotebrauseblogger, der die Berichterstattung der “11 Freunde” über Rasenballsport Leipzig in 11Freunde, RB Leipzig und die 50+1-Regel auseinander nimmt. Lobenswert wie immer auch Jens Weinreich, der mit #London2012 (IX): live-Blog Eröffnungsfeier, “Isles of Wonder” den Auftakt zur Olympiade begleitete. Tor 1: Senioren Ultras in Pankow ist einfach ein ganz schöner Text von Sebastian Fiebrig, der dazu noch tolle Bilder von Stefanie Fiebrig zeigt.  Und die Schalkefan Matthias in der Weide Die kleine Geschichte vom Bundesliga-Rasen in Tüten ist nicht eine der tollsten, verrücktesten Fußballfangeschichten den letzten Jahres. Toll auch, der sich auf “Zum blonden Engel” in Gegen das Vergessen dem Schicksal des an Alzheimer erkrankten Rudi Assauer widmet. Äußerst erhellend wie der Text 10 Jahre Magath — eine Transferbilanz im  Sportsaal die 107 Transfers des Trainers und Managers abarbeitet.

Wenn man mit diesen preiswürdigen Blogbeiträgen mit dem #finale – Quelle: Fremdmaterial für einen Preis nominiert ist, dann ist das eine tolle Auszeichnung. Alle 11 Blogs wurden vom Sportbloggernetzwerk für den Sportblogger Award des Jahres 2012. Wer den Award gewinnt, entscheidet eine Publikumsabstimmung.

Führt Euch also bitte in aller Ruhe alle Texte zu Gemüte und stimmt dann für eure Favoriten bei der Wahl zum Sportblogger Award des Jahres 2012  ab.

 

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Ein unbekanntes Gefühl

Einmal in Berlin sah ich ein Fußballspiel in der hölzernen Business Loge – was das Spiel leider nicht besser gemacht hat. Auch nicht die Schweinekälte in Osnabrück, als der Dicke auf dem Zaun sich auszog und an einem Masten herunterrutschte. In Dortmund stand ich mal auf der Südtribüne – für 150 €uro auf vollgeschissenen grauen Sitzen und Italien siegte. In Frankfurt mussten wir weit um das Stadion herumlaufen. In Bochum war die ganze Gästekurve rot. In Wolfsburg gab es einen Spielplatz im Stadion. In Bremen sahen wir schlecht im Gästeblock. Auch am Aachener Tivoli nervte eine Glaswand zur Haupttribüne. In München hockte ich an langen weißen Pressetischen und trank in der Halbzeit Weißbier im Pressesaal. In Nürnberg schenkte der Präsident allen Stadionbesuchern – auch den Gästefans – eine Leberwurstsemmel und ein Bier, um sich danach im Cabrio sitzend über die Tartanbahn fahren zu lassen. In Freiburg wäre das Spiel ob des plötzlichen Schneefalls am Morgen beinahe ausgefallen – doch Fans räumten Spielfeld und Tribünen. Auf Schalke gab es Pappe zum Biertragen. Am Mainzer Bruchweg war die Einlasssituation zwar Mist, aber man stand fast auf Höhe der Mittellinie. St. Pauli hatte lange viel Holz in der Hütte, in Düsseldorf hat es bunte Sitze. Beim Hamburger Sportverein zahlt man viel für Sitzplätze und muss schwindelfrei sein. In Oberhausen kann man auch draußen auf dem Hügel stehen, um das Spiel zu verfolgen. Alkoholfreies Krombacher in Bielefeld war schon fies, alkoholfreis Kölsch in Köln ging gar nicht. Dafür kann man in Gladbach in der Ytong-Arena Jever trinken. In Koblenz lagen wir bei Radler auf den rasenbewachsenen Stufen und schauten auf Felswände. So wie in Elversberg. In Rostock blickten wir durch ein Wurfnetz. In Karlsruhe dafür freie Sicht in der Kurve ohne Dach. In Unterhaching traf ich im “VIP-Raum” den arbeitslosen Armin Veh.

Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen und ich könnte mich an viele Besuche in unterschiedlichstenen Stadien erinnern. An viele Details. Kleine Geschichten. Hübsche Episoden. Nur an eines kann ich mich nicht erinnern: an ein Gefühl der Angst im Stadion.

Ich fühle mich sicher in deutschen Fußballstadien. Deshalb findet man meinen Namen in dieser Liste. Fühlst du dich auch sicher? Dann trage dich doch auch bei “Ich fühl mich sicher” ein, denn es ist Zeit ein Zeichen zu setzen, um Diskussionen zu versachlichen.


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