Das Fanzine “Notbremse” vor dem Aus: Ein Interview mit Redakteur Thomas Koch

Am Mittwoch wurden 96-Fans von zwei Meldungen überrascht. Eine ließ die meisten frohlocken, die andere wurde mit einiger Wehmut aufgenommen.

Die freudige betraf die Vertragsverlängerungen von Manuel Schmiedebach und von Christian Pander, die traurige las sich dann so:

“Die Redaktion hat sich entschlossen, nach fast genau 15 Jahren das Erscheinen der Notbremse mit einer letzten Ausgabe zum Heimspiel gegen Gladbach einzustellen.”

Thomas Koch ist seit langem für die “Notbremse” aktiv und möchte die Hintergründe für diesen Schritt erklären.

Thomas, nachdem bekannt wurde, dass die “Notbremse” ihren Dienst einstellt, wurde mehrheitlich sehr bedauert, dass ihr diesen Schritt macht. Wie ist es für Dich: bedauerst du auch, dass es die “Notbremse” nicht mehr geben wird oder bist du froh, dass du dich endlich nicht mehr darum kümmern musst?

Hallo Klaas, erstmal danke, dass wir hier die Möglichkeit nutzen können, deinen Lesern unseren Schritt etwas zu erklären. Die ausführliche Erklärung wird aber in unserem Heft Nummer 57 folgen. Das soll jetzt nicht unsere Auflage steigern, aber das sind wir unseren treuen Lesern schuldig.

Die komplette Redaktion der “Notbremse” bedauert diesen Schritt, denn die “Notbremse” ist für uns alle eine Herzensangelegenheit. 15 Jahre sind für ein Fanzine, auch noch in dieser Auflagenstärke, eine absolute Glanzleistung, hinter der wir uns nicht verstecken müssen. Deswegen möchten wir auch mit erhobenem Kopf die “Notbremse” beenden. Frei nach dem Motto “wenn es am schönsten ist”.

Aber deine zweite Vermutung ist ja auch nicht ganz abwegig: das Herausbringen eines Fanzines beinhaltet wesentlich mehr als einen Artikel zu schreiben. Der organisatorische Aufwand ist sehr hoch und wir machen das alles quasi ehrenamtlich und nebenher und unser aktiver Kreis ist halt sehr klein.

Bevor wir ausführlicher über die Arbeit an der Notbremse sprechen, würde ich gern von Dir wissen was die “Notbremse” aus deiner Sicht für die Fanszene in Hannover ist. Was macht die “Notbremse” zu “Europas bestem Fanzine weltweit”?

Nachdem wir im Jahre 1997 zum besten Newcomer-Fanzine gewählt wurden, gewannen wir 2001 den Fanzine-Weltpokal. Unter anderem berichtete damals auch die NOTBREMSE exklusiv. Eine besondere Auszeichnung, die auch mit einem entsprechenden Fanzine-Untertitel gewürdigt werden musste. Was die “Notbremse” auszeichnet müssten aber eher unsere treuen Leser beantworten. Festhalten möchte ich, dass sich über die Notbremse viele Freunde gefunden haben.

Für uns war es immer wichtig auch über den Tellerrand zu schauen, unseren Lesern eine besondere Ausgabe präsentieren zu können, aber auch selbst viel Spaß bei der Sache zu haben. So erinnere ich mich noch gerne an die Anfangsjahre, in der wir noch selbst Hand angelegt hatten, um das Heft zu legen und zu tackern. Andererseits ging es auch um ernste Themen: Gleich in Ausgabe 1 wurde über den Rassismus berichtet, der nunmal auch bei Hannover 96 innerhalb der Fanszene stattfand. Die damaligen “Notbremse”-Gründer wurden daraufhin sogar massiv bedroht. Und zurzeit ist das Thema ja leider wieder Aktuell.

Der  Kampf gegen rechts, ein wichtiges Thema in der “Notbremse”. Was waren denn daneben aus deiner Sicht die wichtigsten Themen in der 15-jährigen Geschichte der “Notbremse”?

In 56 Ausgaben passt natürlich eine Menge Stoff! Der gute Mix zeichnet ja ein Heft aus. Aber wenn du nach den wichtigsten Themen fragst, geht es natürlich um den Kommerz im Fußball-Geschäft. Ich denke, die gesamten Geschehnisse rund um den Stadionbau haben wir recht ausführlich begleitet: Von der anfänglichen Idee nach dem Muster Arnheim eine reine Fußball-Arena (als Konsumtempel) neu zu bauen, bis zur Forderung die Stehplätze nicht zu verbannen. Ansonsten waren wir ja nicht festgelegt und auch unsere zahlreichen Gastartikelschreiber haben durch unterschiedliche Gedankengänge das Heft enorm bereichert. Aber auch die festen Bestandteile wie die umfangreichen Interviews, das Comic “Mann & Alter”, der Mittelteil, der es bis heute noch nicht geschafft hat, die “Notbremse” von innen nach außen zu übernehmen, bis hin zu den Spielberichten aus Fansicht, machen die “Notbremse” aus.

Und das ganze immer in einem angenehm selbstironischen Ton, der in der Fanszene leider nicht sehr verbreitet ist.

Du bist schon ziemlich lange als Redakteur bei der “Notbremse”. Was hat sich seit deinem Redaktionsbeitritt bis heute verändert? (Auflage, Mitarbeiter, Umfang der Arbeit etc.)

Die Fluktation unter den Mitarbeitern ist wohl für jedes Fanzine ein Problem. Das hinzukommen neuer Fanzinekollegen ist natürlich immer eine schöne Sache: es kommen neue Ideen und Geschichten hinzu. So kommt man nicht in einen festgefahrenen Trott.

Aber es war auch nicht einfach neue Leute für die Fanzinearbeit zu gewinnen. Verlässt ein Schreiberling den Laden benötigst du quasi Ersatz. Es geht ja nicht nur um den Spielbericht der geschrieben werden muss, die Abos müssen verschickt, die Supporter persönlich beliefert und die Kontobewegungen kontrolliert werden – und und und. Früher war das natürlich irgendwie mehr Punkrock, aber auf Dauer funktioniert so ein Apparat nur geordneter, aber das bringt auch einfach mehr Organisatorisches mit sich. Und sind wir mal ehrlich: Punkrock macht schon mehr Spaß!

Unsere Auflage war in all den Jahren sehr gleichbleibend. Es pendelte sich zwischen 1.200 und 1.500 Stück ein. Zum Aufstiegsspiel gegen Cottbus haben wir uns allerdings zu sehr aus dem Fenster gelehnt und es blieb etwa die Hälfte der Ausgaben übrig. Seitdem gilt auch die goldene Notbremse-Regel, nicht unbedingt bei ausverkaufter Hütte das Heft zu verkaufen. Wir sind nicht sehr viele Verkäufer vor dem Stadion und bei dem großen Andrang wirst du einfach übersehen.

Heißt das: am Ende war der Aufwand zu groß und das ist der Hauptgrund für das Ende?

Ein JA wäre jetzt ein bisschen zu einfach. Aber es ist schon so, dass das ganze Drumherum einen etwas erdrücken kann. Wie ich anfangs schon erwähnte, ist das Team recht klein und dann überlegst du halt ob das so einfach weitergehen sollte oder ob du etwas veränderst.

Dann erklär doch bitte einmal was für die Herausgabe eines Magazins notwendig ist. Sprich: wieviel Zeit geht denn für Planung, Orga, Verkauf etc. “Pi mal Daumen” drauf?

Es geht los mit der Planung, dass heißt wir müssen erstmal einen Termin finden, an dem möglichst alle Zeit haben. Dort findet dann ein erstes Brainstorming statt: Was soll rein in die nächste Ausgabe, was ist grade so los bei Hannover 96, wann wollen wir erscheinen und wer schreibt die Spielberichte. Zwischen den Themen stoßen wir regelmäßig mit Kaltschalengetränken an. So bleibt die Meute bei Stimmung.

Danach hat jeder die Aufgabe die Ausgabe mit Inhalten zu füllen. Da arbeiten wir mittlerweile mit einem Forum.

Je näher der Ausgabetermin rückt, umso stressiger wird es. Meistens hat dann jeder noch einiges zu schreiben. Das Interview wird immer sehr kurzfristig geführt und bedarf schon danach drei ganze Abende, um den ganzen Spaß abzutippen und auszuformulieren, von der vorherigen Recherche mal abgesehen. Vom Pressesprecher wird es dann später noch abgesegnet. In der Regel mit ein, zwei unwichtigen Änderungen. Spieler wie Hanno Balitsch oder Sergio Pinto wollen aber auch selber vorher drüberlesen. Die Supporter und die Presse werden informiert, die Abholung von der Druckerei muss organisiert werden, bzw. wer bringt es dann zum Stadion. Um den Job reisst sich keiner. Wir haben die Ausgaben auch schon einmal mit dem Taxi zum Stadion fahren müssen. Du brauchst genügend Verkäufer, Wechselgeld und eine Helfer-Bierkiste.

Später werden die Supporterbeliefert, die Abos müssen eingetütet und verschickt werden. Du bist rund um eine Ausgabe schon fast zwei Wochen im Dauerstress, in der keine andere Verabredungen stattfinden, du kaum Zeit für Sport oder deine Partnerin hast. Mach das mal viele Jahre. Da brauchst du nicht nur eine Partnerin, die das toleriert, dass muss du auch mit dir selber vereinbaren. Hinzu kommen ja noch die ganzen Heim- und Auswärtsspiele.

Klingt nach viel Hingabe und nötigem Stehvermögen, das aber auch honoriert wird, denn – ich habe das anfangs angedeutet – die Reaktionen lassen sich in einem Wort zusammenfassen: “Schade!”

Gehen wir mal hypothetisch davon aus, dass sich Leute melden würden, die Lust haben mitzuarbeiten: Gebe es aus deiner Sicht noch die Chance die “Notbremse” zu retten?

Wir haben schon viele Anläufe mit Aufrufen zur Mitarbeit gestartet. Du findest heute nicht mehr viele, die ehrenamtlich ein Heft herausgeben wollen. Den ein oder andere n Gastartikelschreiber kann man mal dazugewinnen. Aber ansonsten halte ich es da so wie Rudi Völler mit seiner Frisur: er ist da Realist.

Andererseits: sage niemals nie!

Einen Funken Hoffnung kann man also noch haben. Was müsste ein frischer “Notbremse”-Mitarbeiter denn mitbringen? Es geht ja auch nicht nur um Leute die schreiben können, oder?

Viel Enthusiasmus und die Liebe zu 96.

Eine schöne, kurze Antwort. Wer sich also berufen fühlt, der meldet sich bei der “Notbremse”.

Sollte dieser Aufruf allerdings ungehört verhallen, was passiert, wenn beim Gladbach-Spiel das letzte Heft verkauft wurde und 96 die Borussia deklassiert hat: Werdet ihr bzw. wirst du an anderer Stelle Texte über 96 und seine Fans schreiben? Ich las von der Idee die Notbremse ins Internet zu verlagern. Ist da was dran?

Naja….ehrlich gesagt soll das kein Aufruf sein. Die Entscheidung ist im Team gefallen. Was passiert, wenn uns jetzt acht Leute die Bude einrennen,….ich garantiere für nichts.

Wir probieren die Ausgabe gegen Gladbach erscheinen zu lassen. Aber es kann auch ein ganz anderes Spiel werden. Die meisten von uns haben schon noch Lust in der Richtung weiterzuwerkeln. Ob es eine Art Notbremse-Blog oder so geben wird steht in den schwarz-weiß-grünen Sternen.

Ne Garantie gibt dir keiner“, aber vielleicht “ist noch nicht aller Tage…

Vielen Dank für dieses Mailinterview, Thomas. Ich wünsche viel Spaß und Erfolg bei der Fertigstellung der voraussichtlich allerletzten “Notbremse“-Ausgabe.

Empfehlungen: Heynckes, Magath, Meier & Gehirnverletzungen

Am Sonntag startete der FC Bayern München ohne Erfolg in die Saison und Manager Nerlinger fordert schon Grundsätzliches Änderungen. Umso interessanter liest sich deshalb ein Interview mit Trainer Jupp Heynckes: “Ballbesitz und Dominanz reichen heute nicht mehr”

FAZ: Es gab zuletzt zwei stilprägende Meister: Die Bayern mit Trainer van Gaal und die Dortmunder mit Klopp. Haben Sie eine Vorstellung vom idealen Stil?

Heynckes: Das Notwendige zum richtigen Zeitpunkt tun. Es gibt immer neue Entwicklungen, das haben Dortmund, Hannover und über weite Strecken Mainz in der vorigen Saison eindrucksvoll gezeigt. Aber einfach übernehmen, funktioniert nicht. Wenn man wie wir 16 Nationalspieler in der Mannschaft hat und auch noch in der Champions League spielt, muss man schon ein ausgeklügeltes Spielsystem entwickeln, damit der Substanzverlust nicht zu groß ist.

Bleibt interessant zu beobachten, ob und wie sich die Mannschaft entwickelt, ob Boateng die großen Hoffnungen des Trainers erfüllen kann und ob Schweinsteiger den Vergleichen mit Xavi und Iniesta standhalten wird.

Ein weiteres lesenswertes Interview hat Harald Müller in seinem Blog freitagsspiel veröffentlicht. Er sprach mit Urs Meier, dem als Schiedsrichter und Fernsehexperten bekannten Schweizer. Das Gespräch ist schon das Zweite mit Meier, das ich mit verlinke – obwohl ich den Mann im Fernsehen oft nur schwer ertrage. Muss auch an den guten Fragestellern liegen: “Fairplay ist keine Regel sondern eine Haltung

“Die Zei­ten, als der Schieds­rich­ter ein Die­ner am Fuss­ball war, sind vor allem im Spit­zen­sport schon längst vor­bei. Man sollte Schieds­rich­ter als gleich­ge­stellte Sport­ler betrach­ten und behan­deln. Nur mit guten Schieds­rich­tern ent­wi­ckelt sich der Fuss­ball auch wei­ter.”

Auf Spielverlagerung.de habe ich ein schönes Portrait von Felix Magath gefunden. Der Autor beschreibt darin den Weg des Trainers vom “Super Felix” zum “Quälix. Eine launige Lebensgeschichte, gespickt mit Anekdoten und interessanten Vergleichen zwischen dem Spieler und dem Trainer Magath:  Felix Magath: Vom Zauberer zum Quäler

Im Alter von sieben kam er zum VfR Nilkheim, dessen größter Erfolg bis heute ist, dass sie Magath vier Jahre halten konnten, ehe seine Mutter Helene ihn beim TV 1860 Aschaffenburg anmeldete. [...]

Im Alter von 25 Jahren erkrankte Magath an Hepatitis und war längere Zeit bettlägerig. In seinem Frust war seine einzige Ablenkung die Schachweltmeisterschaft zwischen Viktor Kortschnoi und Anatoliy Karpov, welche ihn für längere Zeit in den Bann zog. Auch nach Auskurieren seiner Krankheit verfolgte er internationale Schachspiele, zog erste Schlüsse für fußballtaktische Theorien daraus und ließ sich trotz Zeitmangels in der Schachabteilung des HSV einschreiben. [...]

Eine zentrale Theorie erfolgreichen Schachspielens ist, dass man das Zentrum beherrschen muss, um das Spiel zu gewinnen. Im Zentrum hat man bis zuletzt mehr Alternativen um anzugreifen. Je nach Situation kann man auf die Außen ausweichen und man hat bis zum entscheidenden Zug den König geschützt.

Felix Magath, der aufgrund einer Niederlage gegen den fünfjährigen Sohn seines Schachtrainers Gisbert Jacoby zeitweise mit dem Spielen aufhörte, predigt dies auch im Fußball.

Zum Abschluss noch ein Video. Die Neuropathologin Dr. Ann McKee untersucht das Gehirn eines ehemaligen NFL-Spielers, der wohl an den Folgen von Stößen gegen den Kopf während des Spiels starb: Brain injuries of an NFL footballer

Empfehlungen: Sportblogschau, Olympia ´36, ein Brief an den Fußball & Tilt Shift

Kollege Jens Peters hat gefragt und viele Blogger haben geantwortet auf die Frage: “Wer wird deutscher Meister 2011?” Also klicken und gucken: Sportblogschau: Ausgabe 01

Kai Tippmann schreibt auf altravita.com Geschichten aus Sicht eines Deutschen in Italien. Ich habe heute über Twitter durch Zufall seinen Blog gefunden und noch nicht allzu lange rumlesen können, aber der aktuelle Text macht auf jeden Fall Lust auf mehr: Weißt du noch, damals?

Hey, Fußball, bist du noch wach? [...] Die Eintrittskarten kamen von der Rolle und man kaufte die einfach so an der Stadionkasse. Wenn ich dich sehen wollte, kontrollierte mir niemand die Hosentaschen und wenn wir uns hauen mussten, schauten die paar Ordnungshüter aus Versehen in eine andere Richtung. Wir mussten das ja auch nicht im Internet dokumentieren, wir haben einfach immer gewonnen und basta. Stars hatten wir keine, aber wir hatten unsere Stars. Olaf Adamczak heiratete die Schwester meines Kumpels. Einem gewissen Dariusz Wosz konnte ich an der Werkbank neben mir erzählen, was ich von seinem Auftritt am Sonntag hielt. Meine Helden hießen Häußler, Wiermann oder Uli Schulze. Die trugen damals noch keinen Namen auf dem Trikot, die erkannte man auch so, weil sie solange für für uns kickten, bis das Kreuzband endgültig schnappte oder das Halbzeit-Bier die Leistung versaute.

Gestern jährte sich die Eröffnung der Olympischen Spiele 1936 zum 75.Mal. Der Deutschlandfunk hat dazu einen 18-minütigen “Hintergrund” gesendet und online gestellt. Mit vielen O-Tönen und Einordnungen ein sehr hörenswerter Beitrag: Fest des Friedens – Fest der Völker – Fest der Täuschung

Um sich als weltoffen zu präsentieren, entfernten die Nationalsozialisten vor den Olympischen Spielen 1936 alle Anzeichen antisemitischer Hetze aus der Öffentlichkeit. Gleichzeitig schlossen sie die jüdische Hochspringerin Grete Bergmann von der Teilnahme aus.

Auch “Die Zeit” hat zum Jahrestag Hintergründiges zu den Propagandaspielen veröffentlicht und spart nicht mit Kritik an der Führung des Deutschen Olympischen Sportbundes: Hitlers schrecklich schöne Spiele

Olympia 1936 wird den Sport verändern. In seiner Inszenierung. In seinem politischen Selbstverständnis. Unzählige Diskussionen darüber, wie politisch der Sport sein darf, sein kann, sein soll, nehmen ihren Anfang bei diesen Spielen in Berlin. Und wie sich Olympia einem politischen Regime auslieferte, macht den organisierten Sport noch heute sprachlos. Zum 75. Jahrestag hat der Deutsche Olympische Sportbund nichts geplant. Ihm ist ein anderes Jubiläum eingefallen. 30 Jahre Olympischer Kongress in Baden-Baden und damit Ende des Amateurzeitalters im Sport.

Ebenfalls gestern verstarb der ehemalige St.Pauli-Spieler Harald Stender. “Mit insgesamt 336 Punktspielen zwischen 1947 und 1960 ist er der Spieler mit den zweitmeisten Einsätzen in der damals erstklassigen Fußball-Oberliga Nord, die er alle für den FC St. Pauli bestritt.” (Quelle:Wikipedia).

René Martens hat ein lesenswertes Portrait Stenders in seinem Blog veröffentlicht: Bonustracks & Outtakes (33)

„Mein Lieblingsspieler aus der heutigen St. Pauli-Mannschaft der 1980er und 1990er Jahre ist Klaus Thomforde. Ich konnte nie verstehen, was manche Leute gegen ihn hatten. Wie der sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und es akzeptiert hat, hinter Ippig und Reinke auf der Bank zu sitzen – das war bewundernswert.”

Dieses Bekenntnis Harald Stenders sagt auch viel darüber aus, was für ein Spielertyp er selbst war. Solidität, Einsatzwillen, Zuverlässigkeit – all das hat er 15 Jahre lang am Millerntor verkörpert, bevor er 1960 wegen beruflicher Überbelastung seine Karriere beenden mußte.

 

Die schönen Tilt-Shift-Fotos kommen übrigens von whoateallthepies.tv.