Wenn du auf den Sieg verzichtest, um deinem Bruder ins Ziel zu helfen


Der Triathlon gehört zu den härtesten Sportarten der Welt. Schwimmen, Radfahren und am Ende noch Laufen – da kommen auch Spitzensportler an ihre Grenzen. So auch Jonny Brownlee, den – in Führung liegend – alle Kräfte verließen. Er schien seine Beine nicht mehr im Griff zu haben und schließlich sogar die Orientierung zu verlieren. Nur wenige hundert Meter vor dem Ziel hörte er auf zu laufen und wurde von einem Helfer gestützt.

In diesem Moment wurde Brownlee von zwei seiner Kontrahenten eingeholt. Einer, sein Bruder Alistair Brownlee, schnappte sich den taumelnden Sportler und half ihm zurück auf die Strecke. Alistair nahm es sogar in Kauf, dass er so, mit seinem entkräfteten Bruder im Schlepptau, das Rennen nicht mehr gewinnen konnte und ließ den Südafrikaner Henri Schoeman, der in Rio noch hinter den Alistairs auf dem Bronzerang gelandet war, davonlaufen. Statt die Chance auf den Sieg zu nutzen, zeigte der zweifache Olympiasieger Alistair Brownlee wahren Sportsgeist.

Die beiden Brüder liefen Arm in Arm und drohten sogar noch die Podestplätze zu verlieren, weil wenige hundert Meter hinter ihnen die Konkurrenz angelaufen kam. Doch Alistair Brownlee hatte genug Kraft für zwei und führte seinen Bruder bis zur Ziellinie, wo er ihm sogar noch den Vorrang ließ und ihn mit einem Schubser auf den zweiten Platz bugsierte.

Im Interview erzählt Alistair Brownlee, dass es ihm einmal ähnlich ergangen sei wie seinem Bruder und er sich damals geschworen habe, dass wenn er einen Kontrahenten in einer solchen, auch gefährlichen, Lage sehen würde, ihm helfen wird, denn nur so sei eine gute medizinische Versorgung gesichert.

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