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Fußball im 3D-TV: Was man braucht. Und: Braucht man das?

Am letzten Sonntag stand neben dem Galaauftritt der Roten Riesen auch das Spiel 1.FC Kaiserslautern gegen den 1.FC Köln auf dem Programm. Es war das erste Spiel im deutschen Fernsehen, dass über Pay TV in 3D angeboten wurde.

Um Fuppes im neuen Bild gucken zu können braucht man den richtigen Fernseher. Es gibt  3D-fähige Fernseher ab 1000,- €uro aufwärts. Dazu braucht man natürlich noch den richtigen Receiver, das richtige Pay-TV-Paket und eine sogenannte Shutter-Brille für etwa 100,- €uro. Wenn man dann Besuch bekommt, braucht man natürlich für jeden eine Brille.

Die Vorraussetzungen sind also schon mal nicht ohne.

Dazu muss man das Licht runter dimmen. Sonst wird es  noch anstrengender als es eh schon ist. Denn die Brillen sehen nicht nur merkwürdig aus, sie belasten auch die Augen. Nach einer Halbzeit merkt man das die 3D-Guckerei anstrengt.

Wenn man die Brille aufsetzt sieht man dann die bekannten Effekte. Das Bild hat eine andere Tiefe. Bei Grafiken funktioniert das ganz hervorragend. Aber sobald das Spiel läuft fragt man sich: wo ist der Effekt? Das Spiel wird schließlich meistens aus der Totalen gezeigt. In der Totalen erkennt man dann immerhin ohne Probleme, ob ein Ball nah oder weit am Tor vorbeigeht. Optische Täuschungen sind deshalb natürlich seltener.

Noch besser funktioniert der Effekt natürlich bei Nah- oder Hintertoraufnahmen. Aber die sind – wie erwähnt – deutlich seltener. Es sei denn, man wohnt einer Premiere bei und der übertragende Sender will den Effekt ordentlich präsentiert wissen. In der zweiten Halbzeit wurde deshalb deutlich öfter aus der Hintertorperspektive gefilmt – auf Kosten der Übersichtlichkeit. Man kann einfach nicht erkennen, ob der ballführende Spieler abspielen, schießen oder dribbeln soll. Das ist schließlich auch der Grund warum Fußballspiele die meiste Zeit aus der Totalen gezeigt werden.

Und deshalb brauche ich auch keinen 3D-Fußball von der Couch, denn der Preis stimmt (noch?) nicht, die Brille nervt und für die Übertragung von Fußballspielen ist der Effekt wenig überzeugend.

Und so lange die dritte Dimension noch Brillenunterstützung braucht wird sich 3D nicht großartig verbreiten. Das wird den Technikunternehmen sicher nicht gefallen, denn nach den Schwarz-Weiß Fernsehern (WM 1954), den Farbfernsehern (WM 1974) und und HD-Flachbildfernsehern (WM 2010) sollte sicherlich wieder der Fußball der Durchlauferhitzer für die neue Technologie sein. Da bin ich skeptisch. War ich bei HD zwar auch, denke aber dass der Fall bei 3D anders gelagert ist. Schließlich kann jeder den Vorteil vom herkömmlichen zum HighDef-Fernsehen erkennen. Den Vorteil erkennt man bei 3D nicht.

Aber egal, ob Schwarz-Weiß oder Farbe, ob Röhre oder Flachbild, ob 2 oder 3D – kann alles nicht gegen einen schönen Stadionbesuch anstinken.

UPDATE: Auch andere Blogger waren 3D gucken und haben sich ihre Meinung gebildet:


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