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Frank Mill des Tages: Fehlschußfestival mit Eto´o, Benzema und Co.

Anlässlich des Champions League Spiels heute Abend starten wir mit einem Stürmer, der die Bayern das Fürchten lehrte. Schalke muss sich – nach Anblick der Aufzeichnung vom letzten Wochenende – keine Sorgen machen. Samuel Eto´o – bereits zum zweiten Mal nominiert – scheint seinen Torriecher verloren zu haben. Anders ist dieser Blackout im Stadtderby gegen den AC Mailand nicht zu erklären:

Zweiter Kandidat ist Karim Benzema. Auch er ist zum zweiten Mal Kandidat für den “Frank Mill des Tages”. Letztes Mal lief es nicht als Stürmer für Real Madrid, dieses Mal lief es einfach nicht im Trikot der französischen Nationalmannschaft. Und das obwohl die Equipe Tricolore nur noch wie die Deuxcolore aufläuft und eine gewisse Ähnlichkeit mit den Zebras aus Duisburg nicht von der Hand zu weisen ist.

Richtig übel war es für Samuel Vanegas von Medellin. Im Spiel gegen Atletico Nacional lag sein Team in der zweiten Halbzeit 2:3 zurück, als sich Vanegas die Chance zum Ausgleich bot. Aber: manchmal soll es halt nicht sein:

Richtig blöd lief es auch für Maicon Santos vom Toronto FC. In der Partie gegen Chivas USA hatte er beim Spielstand von 1:1-Unentschieden die Führung auf dem Fuß. Eine Mischung aus Egoismus und Unvermögen macht Santos zu einem geeigneten Kandidaten.

Das letzte Fundstück passt zwar nicht hundertprozentig in diese Kategorie, ist aber durchaus sehenswert. Eine Szene aus dem U 20-Länderspiel zwischen Trinidad & Tobago und Mexiko. 2:2 steht es in der 2.Habzeit. Nur noch zwei Minuten sind zu spielen als sich Cordell Cato die Möglichkeit bietet von der linken Seite in die Mitte zu ziehen und den Abschluß zu suchen. Allerdings bleibt es beim Suchen.

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Ein Denkmal für einen unnützen Hattrick

Im Oktober letzten Jahres sah es nach einer klaren Sache für Inter Mailand im Spiel gegen die Tottenham Hotspurs nach einer klaren Angelegenheit aus. Bereits nach 35 Minuten führte der Gastgeber im San Siro mit 4:0. Zanetti und Stankovic hatten getroffen, Eto´o gar doppelt. In so einer Situation kann man sich in der Halbzeit eigentlich nur noch vornehmen, dass man sich in der zweiten Hälfte nicht abschlachten lässt.

Doch es gibt auch Tage an denen noch Wunder möglich sind – vor allem wenn man einen linken Außenbahnspieler wie Gareth Bale in seinen Reihen hat. Der 21 jährige lieferte eines seiner besten Spiele gegen Inter Mailand ab und traf drei Mal. Zwei Mal davon auf nahezu identische Weise. Alle drei mit links ins untere rechte Toreck. Ein lupenreiner Hattrick, der seinem Team an diesem Abend aber keinen Erfolg mehr bringen konnte.

Aber Bale spielte sich mit seinem Auftritt ins Rampenlicht und in die Notizbücher der großen Vereine. Inter ist sogar bereit 40 Millionen Pfund für den Waliser zu bezahlen. Klingt nach der üblichen Bayern München Methode, die ja auch mit Vorliebe Spieler verpflichten, die in Spielen gegen sie geglänzt haben. In diesem Fall ist das Ansinnen der Italiener allerdings verständlich, denn wie Bale Maicon und Co. narrte war fantastisch. Es war sogar so gut, dass sich Richard Swarbrick zu einem wunderbaren Animationsfilm inspirieren ließ. Ein würdiges Denkmal für den womöglich unnützesten Hattrick den man sich vorstellen kann.

via whoateallthepies.com und Minutenandacht

 

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Die Transformation des Ronaldo Luís Nazário de Lima

Ronaldo Luís Nazário de Lima beendet seine Profikarriere.

Der Kopf will weitermachen, aber der Körper hält es nicht mehr aus“.

Mit diesen Worten beendet der wohl beste Stürmer der letzten 20 Jahre seine Karriere. Er hat nicht mehr den Körper eines Profisportlers und macht deshalb früher Schluß als ursprünglich geplant. Der Hauptgrund für das Karriereende ist wohl eine bisher geheim gehaltene Schilddrüsenkrankheit.

Wie sehr sich der Stürmer, der als Kind zunächst als Torwart spielte und nur aufgrund zu geringer Einsatzzeiten in den Sturm wechselte, im Lauf seiner nun 18 Jahre langen Karriere verändert hat zeigt dieses Video:

Ronaldo war mal ein schmales Bürschchen. Wieselflink und technisch beschlagen, mit einem guten Schuß und einem fantastischen Instinkt ausgestattet.

Seine erste Station in Europa war der PSV Eindhoven, wo der Brasilianer als 17-järiger nicht nur Leverkusen und Bremen im Europapokal ärgerte. Auf Anhieb wurde Ronaldo mit 30 Saisontreffern Torschützenkönig. Er wurde niederländischer Pokalsieger, schoß in zwei Spielzeiten 54 Tore in 57 Pflichtspielen und kämpfte das erste Mal mit einer Verletzung. Nach dem Regenerationstraining im Tretbecken sagt er auf holländisch:

Wenn ich nicht spielen kann, ist mein Leben kaputt.

Ronaldo wird wieder fit. Wechselt den Verein, schießt für Barcelona in einer Saison unglaubliche 47 Tore in 49 Spielen. Er wird wieder Torschützenkönig und sichert sich zudem den “Goldenen Schuh“. Barca gewinnt den spanischen Supercup, den spanischen Pokal und den Pokal der Pokalsieger.

Ronaldo wird 1996 und 1997 zwei Mal zum Weltfußballer gewählt .

Nach nur einer Saison wechselt Ronaldo zu Inter Mailand. Bei Inter wird er das erste Mal nicht Torschützenkönig in der ersten Saison beim neuen Verein. Ein gewisser Oliver Bierhoff trifft öfter als der Brasilianer.

Fünf Jahre spielt er für Inter, macht aber in dieser Zeit nur 68 Spiele, weil die Verletzungssorgen immer größer werden. Wenn Ronaldo spielt, dann trifft er fast immer: 49 Tore schießt er für die Italiener. Die schönsten sieht man hier:

Von Inter geht es danach nach Madrid. In der Hochphase der “die Galaktischen” genannten Mannschaft spielt Ronaldo mit Zidane, Figo, Roberto Carlos und Raúl in einem Team. Zunächst sehr erfolgreich als Weltpokalsieger und spanischer Meister. Er wird auch zu Europas und zum Weltfussballer des Jahres.

Dann kann die Mannschaft die in sie gesetzten Ziele aber nicht mehr erreichen. Barcelona wird zum besten Team in Spanien. Ronaldo gewinnt keine Titel mehr, plagt sich wieder mit Verletzungssorgen herum, setzt auch mehr Hüftspeck an und verliert unter Fabio Capello schließlich seinen Stammplatz an den neu verpflichteten Ruud van Nistelrooy. Tore macht er trozudem:

Nach gut vier Jahren wechselt Ronaldo wieder nach Mailand. Dieses Mal aber nicht zu Inter, sondern zum Erzrivalen AC. Ronaldo spielt zwar wieder öfter als in Madrid. An seine frühere Form kann er aber nicht mehr anknüpfen.

Viel mehr macht er durch seinen immer runderen Körper von sich reden. Auch für den Boulevard wrd er zur Zielscheibe mit mehreren Ehen, Kindern, Parties, Fressattacken, einem merkwürdigen Zwischenfall mit zwei Transvestiten und Meldungen, er habe sich Fett absaugen lassen..

Ronaldo war äußerlich kein Fußballer mehr. Eher die Karikatur des Weltfußballers, der er ein mal war. Aufgedunsen, ungepflegt, lethargisch. Er kehrt zurück in die Heimat. In Brasilien spielt er wieder mit Roberto Carlos für die Corinthians. Schießt Tore und gewinnt auf Anhieb die Staatsmeisterschaft von São Paulo („Paulista“) sowie die Copa do Brasil, den brasilianischen Pokalwettbewerb. Aus “Il Fenômeno” wird trotzdem der Spitzname “O Gordo” – der Dicke.

Seine Gewichtszunahme hängt aber laut eigener Aussage bei seiner Abschiedskonferenz nicht (nur?) mit seinem Hang zu fettigem Essen zusammen, auch eine Schilddrüsenkrankheit macht ihm zu schaffen, die man mit Hormonen bekämpfen kann. Während seiner aktiven Zeit war das allerdings nicht möglich, weil die Hormone auf der Dopingliste stehen.

In Erinnerung wird Ronaldo vor allem wegen seiner überragenden Länderspielkarriere bleiben. Hat maßgeblich am Erreichen des WM Finales 1998 mitgewirkt. Im Finale selbts war er dann leider seltsam apathisch. Die Umstände wurden bisher nicht wirklich geklärt. 2002 krönte er dann seine Auftritte in der Selecao, traf zwei Mal im Endspiel gegen Deutschland. 2006 war er dann schon nicht mehr auf dem Zenit seiner Schaffenskraft, konnte aber dennoch einige Tore auf dem Weg zum erfolgreichsten Torschütze aller Zeiten bei Weltmeisterschaften addieren:

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