»Hopptornet« / »Ten Meter Tower« – Der Sprung vom Zehnmeterbrett

Stell dir vor du bekommst Geld dafür, dass du vom Zehnmeterbrett springst. Du musst nur einwilligen, dich dabei filmen zu lassen. Und dann steigst du die vielen Stufen der Leiter bis nach oben auf die Absprungplattform, schaust nach unten und merkst: »Mist! Viel höher als ich von unten gedacht habe.«

 

 

Die schwedischen Filmemacher Maximilien Van Aertryck und Axel Danielson dokumentieren in ihrem Kurzfilm »Ten Meter Tower« Menschen, die da oben ganz allein oder mit Partner stehen. Wie sie zweifeln. Wie sie zittern. Wie sie Mut fassen. Wie sie abbrechen. Wie sie fluchen.

 


Der Kurzfilm trägt im Original den schönen Titel »Hopptornet«. Er wurde auf der Berlinale 2016 gezeigt und hat bei verschiedenen Festivals Preise abgeräumt. Zunächst denkt man vielleicht, dass das alles nur gespielt ist, aber man merkt schnell, dass diese Menschen die Kameras um sich herum ganz schnell vergessen und ganz sie selbst sind. Besonders dann, wenn sie fallen und die Kamera jede Regung in Zeitlupe einfängt.

 

 

Der einfache Versuchsaufbau in einem großen Schwimmbad ohne weitere Badegäste, schafft eine Stimmung, die es einem erlaubt ganz tief mitzufühlen, was sich in den Köpfen und Knien der Menschen abspielt. Die Kamera ist auf die Plattform gerichtet und Richtmikrofone sind so aufgestellt, dass der Zuschauer alles hören kann, was sich abspielt. Und jeder darf raten, welche:r Springer:in sich traut. Und man kann sich selber fragen:

»Würde ich springen?«

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