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Linkschau XV: Wintermärchen-WM, Klimatisierte-WM & Numa Numa

Die WM liegt weit zurück. Was weiß man jetzt eigentlich mehr von den Menschen in Südafrika?

Die öffentlich-rechtlichen Programme zeigten zu wenig oder bildeten sich ein, dass die Almsick-Touren zu gecasteten Projekten einen tiefen Einblick boten. Die Privaten beschränkten sich auf Sportberichterstattung und feierten sich selbst auf den Plätzen der Republik.

Ich war schon während der WM froh, dass die zwei Macher auf eigene Faust durch Südafrika reisten. Ihre Bilder, Texte und Töne zeigten mehr vom Land und von den Menschen. Über ihre Reise schreiben sie selbst:

Wir hatten keine Vorstellung davon, was uns in den eineinhalb Monaten erwarten würde,[...]. Unser Plan war, ausgerüstet mit drei Kameras, einem Mikrophon, zwei Computern und der Verbindung zum Internet, wo immer wir sie aufbauen würden können, unsere Reise Tag für Tag zu dokumentieren. Wir wollten zeigen, was die WM aus diesem Land machen und wie die Südafrikaner es empfinden würden, dass zumindest für vier WM-Wochen die ganze Welt auf sie blickt. Herausgekommen sind dabei viele, viele Texte, noch mehr Fotos und einige Ton-Bild-Reportagen. Die berührendsten und interessantesten Szenen daraus haben wir in einem etwa sechsminütigen Film zusammengefasst. Dieser Film ist gewissermaßen unsere Antwort auf die Frage, ob Südafrika sein Wintermärchen erlebt hat im Juni 2010.

Zum Abschluss ihres Projekts präsentieren Frey & Schächtele also einen äußerst sehenswerten Zusammenschnitt auf ihrer Homepage:

Die WM – ein Wintermärchen! from Frey&Schaechtele on Vimeo.

Hoffentlich begleiten die beiden auch die EM 2012 in Polen und der Ukraine. Auf Erläuterungen zum Land von den Klitschkos oder von Michalczewski kann schließlich jeder verzichten.

Für die neue WM bewirbt sich unter anderem Katar. Was die Scheichs planen ist der Wahnsinn und man fragt sich was die nach der WM mit den Stadien machen würden. Platz für so viele Zuschauer braucht die Liga dort sicherlich nicht. Die anderen Stadien findet ihr im Architecture Blog.

Zum Runden Leder hat zur Planung noch weitere entscheidende Fragen gestellt:

Jetzt ist es gerade in der Gegend um Doha im Sommer recht heiss. Aber die sommerliche Hitze wird Spielern und Zuschauern nicht den Spass am Spiel verderben, weil mit umweltfreundlicher Energie betriebene Klimaanlagen „der zweiten Generation“ werden dann sämtliche Stadien, Trainigsgelände und Fanzonen von 41 Grad Celsius (Durchschnittstemperatur in den Monaten Juni, Juli und August) auf 27 Grad abkühlen.

Und was ist mit Komasaufen vor Ort nach dem Vorrundenaussscheiden, gerade in Katar ist doch das nicht legal? Kein Problem, ausnahms- und flexiblerweise. In den WM-Fanzonen soll der Konsum von Alkohol erlaubt sein. Kampagnenchef Al-Thawadi sieht „keine kulturellen Unvereinbarkeiten“, man werde fremde Vorlieben und Gewohnheiten so weit wie möglich akzeptieren. Und: an den Hotelpools soll dann ausnahmsweise auch knappere Bademode erlaubt sein. Bleibt zu hoffen, dass im Fall einer Zusage dem Land das Öl erst nach 2022 ausgeht.

Na dann.

Zum Abschluss noch ein Beitrag aus Michigan (Danke für den Tipp, Simon.). Erinnert ihr Euch noch an den Numa Numa Guy? Ein dicker Typ, der zu einer rumänischen Popnummer vor seiner Webcam getanzt hat und damit weltberühmt wurde. In der Halbzeitpause eines Football-Spiels durfte er seine berühmteste Nummer mit einer riesigen Marching Band aufführen:

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Linkschau VI: Das Sommaloch, schwuler Fußball und der “singende” Günter

Ich weiß: WM ist lang vorbei. Ein Blick zurück auf einige Statistiken sei aber noch erlaubt.

Die Zeit zwischen WM und DFB-Pokal ist für die meisten das Sommerloch, das im Fußballblog von “Du gehst niemals allein” in einem Foto festgehalten wurde.

Im selben Blog hat sich der Autor an der “Debatte”, um Schwule in der Nationalmannschaft beteiligt. Ausgehend vom Essay “Neue deutsche Männer” wurde ja im Boulevard über die “Schwulen Combo” geschrieben. Philipp Köster, Chefredakteur von “11 Freunde” regte sich über Osangs Text auf und antwortete mit dem Artikel “Die Hetero-Combo“. Die “Textkritik, halbschwul” bei “Du gehst niemals allein” wurde dann zu einer interessanten Diskussionsplattform, die auch Köster nutzte.

Wer ein paar Minuten Zeit hat, kann sich – auch durch die Diskussion – ein eigenes Bild machen.

Ich weiß nicht, ob die FIFA auf die Diskussionen in Deutschland reagiert hat, aber sie hat sich offiziell geäußert und erklärt, dass Fußball schwul ist. Logisch.

Ein Sommerloch Thema, das sicherlich noch größer zum Saisonstart aufgeblasen (hihi!) wird, sind Vuvuzelas im Fußballstadion. Auf Testspiel.de fand ich zum Start der Diskussion einen weiteren Diskussionbeitrag für alle, die die Zelas schon vermissen:

Ich bin eindeutig gegen die Vuvuzelas und warne am tierischen Beispiel vor den Spätfolgen:

Zum Abschluss noch einmal der in dieser Woche von mir viel besprochene Günter Netzer. Dieses Mal zusammen mit den Fantastischen 4 als Testimonial für die “Sportschau”.

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Tschüss, Günter

Günter Netzer gehört zu den besten Spielern der deutschen Fussballgeschichte. Aber auch als Fernsehexperte hat er sich einen Namen gemacht. Seine Analyse und die Kabbeleien mit Siez-Freund Gerhard Delling sind preisgekrönt. Und Netzer war sich auch nicht zu schade Wetteinsätze bei den Übertragungen einzulösen. So trat er im von Thomas Gottschalk gewählten Outfit auf:

Nach 13 Jahren, vier Welt- und Europameisterschaften als Experte der ARD ist nun Schluss. Im Mittagsmagazin hat Günter Netzer dargelegt, warum er aufhört. Er wollte nicht mit “dem Lasso von der Bühne geholt werden”. Und zum Abschied bekommt er auch eine Holzmaske, die laut Günter aussieht wie ein Delling mit Netzers Nase.

Zum Abschied bedankte sich sogar der Bundestrainer noch beim Experten Netzer für seine Arbeit und ein schöner Zusammenschnitt mit Gesprächen zwischen Netzer und Delling, einem launigen Interview mit Franz Beckenbauer und “Es gibt nur einen Günter Netzer”-Gesängen des ARD-Teams macht fast rührselig:

Die DvDs über Günter Netzer muss ich mir dringend besorgen.

Im Video ist ja auch zu sehn, wie schreckhaft Netzer bei zum Beispiel bei Flugzeuglärm ist. Die Schreckhaftigkeit scheint aber schon lange ein Problem zu sein, sie dieser Ausschnitt aus dem “Aktuellen Sportstudio” zeigt:

Alles Gute, Günter.

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