Schlagwort-Archiv: Sonderheft 2010/2011

Blattkritik: 11 Freunde Bundesliga Sonderheft

Zunächst kann man das Titelblatt des Saisonmagazins der “11 Freunde” gar nicht genug loben. Einfach eine fantastische Idee, dass Beatles Cover zu “Sgt. Pepper´s Lonely Hearts Club Band” mit Jungs und Mädels aus dem Fußballzirkus nachzubauen. Statt Marlene Dietrich, George Bernard Shaw und Karl Marx blicken einen Katja Kraus, Mike Hanke und Michael Ballack an. Da ist es auch egal, wenn Thorsten Frings und Michael Skibbe doppelt zu finden sind (Die Pilzköpfe waren auf ihrem Cover schließlich auch doppelt zu sehen, Shirley Tempel sogar drei Mal). Besonders Jupp, Loddar und Gerry wissen zu gefallen und die Frankfurter Diva Amanatidis sorgt bei jedem Blick für ein Schmunzeln. Top!

Original.

Danach wird es im Heft leider semi-witzig, wenn Buchtitel mit dem “passenden” Bild zusammengebracht werden. Die Bilder allein hätten schon gewirkt. Auch die Kalauer mit den individualisierten Sponsorenwänden und die Abbildung der Logos anderer Fußballigen gefielen mir nicht. Vor allem weil das neue Logo der Bundesliga nicht ordentlich aufs Korn genommen wurde.

Fälschung.

Die Serie “Zu unrecht vergessene Fußballspieler” kann hingegen gern ausgeweitet werden. Nur müssen dann die richtigen Schlüsse gezogen werden: Bernhard Hermes sieht eindeutig wie der Herr Papa von Michael Thurk aus – und nicht wie Berti Vogts. Und Franz Josef Hörnig scheint spanische Wurzeln gehabt zu haben: das süffisante Lächeln erinnert arg an Raul.

Zu den Texten: Der Artikel “Sonnig und warm in Karlsruhe” spricht für den radioaffinen Reese ein interessantes Thema an: die erste Bundesliga-Sendung der öffentlich rechtlichen. Die ganzen politischen Umstände hätten aus meiner Sicht nicht so ausführlich behandelt werden müssen. Vielmehr hätte mich die “Torquotientenregelung” interessiert, die den Meidericher SV trotz eines 4:1 Sieges nicht zum ersten Spitzenreiter gemacht hat.

Und was der Autor gegen die Musik der ersten Sendung hat, kann ich nicht verstehen. Billy Sanders oder Billy Mo sind doch viel angenehmer als das, was WDR oder NDR heutzutage zu ihren Bundesliga-Konferenzen anbieten.

Da hab ich oft das Gefühl, dass die Macher gern Stücke spielen, die nur ihnen gefallen, weil sie wissen, dass die Hörer während der Bundesliga-Konferenz nicht wegschalten. Insgesamt ein lesenswerter Artikel mit wunderbaren Fotos.

Was bei dieser ersten Radioübertragung – die ja kaum einer nachhören kann – funktioniert, wirkt bei der Beschreibung des YouTube-Videos von Bernhard Brink mit Blau-Weiß 90 Berlin nicht. Wirkt wie ein fix dahin geschriebener Artikel, der auch ohne große Recherche geschrieben werden kann. Da guck ich lieber das Video und mach mir meine eigenen Gedanken zu diesem bizarren Auftritt:

Zu loben sind dann die Interviews zum FC Bayern, mit Thomas “young coach from germany” Tuchel und den Spielerfrauen (die drei beweisen, dass man seine Kinder zwar Dakota nennen und trotzdem einen distanzierten Blick auf das Fußballgeschäft haben kann – dazu wissen sie, dass man den Mann nicht eine halbe Stunde vor Spielbeginn anruft, um sich zu beschweren, dass er die Spülmaschine nicht ausgeräumt hat).

Das Porträt von Deniz Aytekin weiß zu gefallen wie auch die Fotos der “Stillen Stars” von Ragnar Schmuck. Ebenfalls ein Plus für die Schuhstory und das Schaubild der Bundesliga GmbH und Co. KGs. Ein schöner Blick ins Handelsregister und ich hoffe ihr klärt noch mal auf was die Schalke Goalsky Ag und Bielefelds Planet Arminia GmbH sind.

Beim SC Paderborn gibt es (nach dem Schaubild) keine eingetragenen Geschäftsverbindungen. Vielleicht hat der SC da Nachholbedarf. Schließlich war der Stadionneubau eine unendliche Geschichte. Leider fließt dieses Beispiel einer – nennen wir es – unglücklichen Bauplanung nicht in den Artikel “Das war in der Höhe nicht absehbar”. Trotz dieses Fehlens gelingt Markus Scheele ein ausgezeichneter Bericht.

Dann schickt ihr noch einen Koffer auf Deutschlandreise. Man sieht den Koffer – beklebt mit allen Vereinslogos – und freut sich, dass zu jedem Verein eine Geschichte gebracht wird. Das lässt sich auch gut an mit einem Stopp bei Bastian Reinhardt und auch der Text aus der Presseabteilung des SV Werder … äh … von Arnd Zeigler lässt sich gut lesen. Dann aber geht es beim vierten Halt auf Schalke zu einem schwachen Text mit einer Aneinanderreihung Gelsenkirchener Meister und bevor es nach Köln geht ist auch schon ein Leverkusen Sticker auf dem Köfferchen.

Um es kurz zu machen: hier war ich schon enttäuscht, dass nicht alle Vereine besucht wurden. Habt ihr früher auch geschafft. Solltet ihr wieder hinbekommen.

Die Besuche in den Vereinskneipen – wenn auch auf das Ruhrgebiet beschränkt – sprechen dann eine deutliche Sprache gegen alles umfassende Rauchverbote und die Berichte zu den Zweitligaclubs (Fortuna, MSV, 1860, KSC, Union, Osna und FSV) haben Charme. Hier fehlt dann allerdings mehr als die Hälfte der Liga. Das ist in einem als “Bundesliga Sonderheft” markierten Magazin ärgerlich.

Die 3.Liga wird dann geflissentlich ausgelassen. Dafür wird das Leid der Regionalligisten thematisiert. Ärgerlich nur, dass für die Regionalliga-Story ein Aufmacher-Foto des Hockey-Clubs (!) HTC Stuttgarter Kickers verwendet. In der Story wird dann “vom Degerloch” berichtet. Degerloch ist ein Stuttgarter Stadtteil, der HTC ein Hockey-Club und bei den Kickers auf der Anlage ist die Tristesse noch nicht ganz so royal. Ansonsten trifft Felix Meininghaus den richtigen Ton und ich hoffe, dass die “11 Freunde” ihre Berichterstattung zur möglichen Regionalliga Reform ausweitet. Wo wenn nicht in diesem Magazin kann überregional über das Leid der Traditionsvereine berichtet werden?

Teil 2 Eures Heftes findet man, wenn man es umdreht. Der Rückblick auf die WM mit Tagebuch von Tim Jürgens und Dirk Gieselmann liest sich zwar sehr schön und man nickt das ein oder andere Mal, weil man sich über genau jene Sportjournalisten und -berichterstattung aufgeregt hat.

Aber auf der anderen Seite fehlt dann in diesem Magazin der Fußball in Afrika auch völlig. Da sollte man sich dann doch erst mal an die eigene Nase fassen, bevor man andere kritisiert.

Als Ausgleich gibt es ganz starke Bilder der WM und den Live-Ticker, zurecht ausgezeichnet. Starke Emotionen mit heftigem Augenzwinkern zum Nachlesen.

Ach und dann ist da noch Günter Hetzer. Nun gut. Wer´s mag.

Zum Abschluss komme ich noch auf mein persönliches Highlight bei der Bundesliga-Ausgabe zu sprechen. “Meine Saison 2010/2011″ bringt auf 200 Seiten viel Freude. Und da muss man an dieser Stelle einfach mal die Artdirektion (Sabine Kornbrust), die Gestaltung (Yvonn Barth & Eike Wohlgemuth) und die Fotoredaktion (Pamela Spitz & Julia Spitczok von Brisinski) loben. Die Aufteilung macht einfach Sinn, ist schön übersichtlich anzuschauen und die Fotos sind der Hammer.

Seien wir ehrlich: die Fotos in Kicker und Sport Bild von den aktuellen Teams sieht man gern. Früher waren sie auch wichtig, weil man in diesen Heften die neuen Trikots das erste Mal gesehen hat. Heutzutage bekommt man die Trikots während des Sommerpause schon über das Internet gezeigt und die Mannschaftsfotos sind schon bei der Auslieferung der Hefte nicht mehr aktuell.

Ich habe mich auf jeden Fall sehr über den 96-Halbkreis, die Nürnberger auf dem Bierwagen und Gladbacher Fohlen im vernagelten Tor gefreut. Dazu ist es herrlich wenn man zum Beispiel bei Schalke lernt, dass Thon, Skibbe, Dierßen und Junghans mal in einer Mannschaft gespielt haben oder dass der VfL Osnabrück in der Saison 74/75 wohl die Farben des Sponsors als Trikotfarbe gewählt hat.

Meriten, Fehltritte und Nischen, Ausblick und der Blick auf die Mannschaft (Neu in der Stadt, Trainer, Emotional Leader, Skandalnudel) sind meist lesenswert. Fakten und Spielplan, Rückblick auf die letzten 10 Spielzeiten und Bilanz bringen die nötigen Informationen, Zitate regen zum Schmunzeln an (“Am besten, wir sperren Robben im Mannschaftsbus ein. Dann kann er keinen Unfug mehr machen.” Christian Gentner)

Auf die Fische hätte ich persönlich verzichten können, weil die Herleitungen oft ungestüm sind. Dafür finde ich die “Zweite Meinung” von Bloggern oder von langjährigen Begleitern der Vereine oft interessanter als die Einschätzung vermeintlicher Experten. Die besondere Innensicht der Fans wird hier meist transportiert, nur einige Fanbeauftragte, Stadionsprecher und Buchautoren fallen negativ auf.

Schön, dass hier alle Erst- und Zweitligisten Platz finden – Die Verwechslung von Bornheimer Hang und Bieberer Berg beim FSV Frankfurt ist natürlich sehr ärgerlich.

Schade, dass die 3.Liga auch hier sehr kurz kommt. Die Graphiken hinten sind zwar nett – ich hätte allerdings lieber mehr über die Vereine gelesen und natürlich noch mehr alte Fotos angucken wollen.

Fazit:  Den “11 Freunden” gelingen in weiten Teilen äußerst lesenswerte Hefte. Ärgert man sich vielleicht, weil der eigene Verein nicht besucht wird, so wird man im kleineren Beiheft mit vielen alten Fotos beglückt. Mancher Artikel, manche Graphik wirkt fix zusammengeschustert, um das Heft zu füllen – aber insgesamt wird zum Preis von 4 €uro 90 ein sehr gelungenes Magazin-Paket geboten.

P.S.: Danke für die Einladung zur Blattkritik. Dienstag 11 bis 11 Uhr 30 war allerdings ein bisserl unglücklich terminiert. Ich mach das dann jetzt immer hier. Hatte ich eh vor. Ihr könnt ja einfach vorbeikommen. Twenty-Four-Seven sozusagen…

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Blattkritik: Sport Bild Sonderheft Bundesliga 2010/2011

Es sind noch gut gut zwei Wochen bis zum Bundesliga-Start. Deshalb werfen die Verlage jetzt ihre Sonderhefte auf den Markt, um Fußballfreunde auf die neue Saison einzustimmen.

Die Sport Bild stellt in ihrem Heft von der 1. bis zur 3. Liga alle Vereine vor und auch der Frauenfussball findet seinen Platz.

Zu Beginn ist traditionell der aufklappbare Bundesliga-Spielplan zu finden und in der Mitte des Heftes ist ein DIN-A1 Plan mit Bundesliga-Spielplan auf der Vorderseite und den Zweitligabegegnungen auf der Rückseite zum Heraustrennen. Neben dem obligatorischen Vorwort darf Karl-Heinz Körbel dann die Bundesliga tippen. Sein überraschender Tipp: Bayern wird Meister.

Zu allen Bundesligisten gibt er einen zweizeiligen Kommentar ab. Zum FC zum Beispiel:

Das Team gefällt mir nicht in seiner Zusammenstellung. Köln macht eine sehr gute Jugendarbeit, aber es kommt nichts nach oben. Stattdessen werden Spieler aus Rumänien gekauft, die keiner kennt.

(Ironiemodus: On.) Nun gut. Spieler, die keiner kennt sind ja per se schlecht – vor allem aus Rumänien. Und die FC-Profis Stephan Salger, Reinhold Yabo, Adil Chihi oder Taner Yalcin – sämtlich aus der FC-Jugend – sind nur als Feigenblatt in den Profi-Kader gekommen. (Ironiemodus: Off.) Köln wird nach Körbels Meinung übrigens 15. und steht am Ende deshalb einen Platz besser da als St. Pauli, denn…

Das Plus sind die Euphorie eines Aufsteigers und die Ruhe von Trainer Stanislawski und Manager Schulte. Unruhe gibt es nur auf dem Spielfeld, die ungestüme Spielweise wird Punkte kosten.

Das sind Sätze aus denen die Fachkompetenz nur so trieft.

Leider geht es so weiter in den Berichten der Redaktion. Allgemeinplätze zu Arjen Robben (“Mann für den Ernstfall”) und Thomas Müller (“Nun kommt die Reifeprüfung”) werden abgedruckt, wie auch 18 mehr oder minder interessante Fakten zu den Bundesligisten.

Interessanter sind die Interviews mit Rummenigge, Magath und Naldo und auch die Idee die besten 50 Ausländer vorzustellen ist ganz nett (Bester Israeli: David Pizanti, 19 Ligaspiele für den FC, null Tore).

Danach kommt der erste große Statistikteil. Generell scheint die Redaktion Statistiken als die Platzfüller entdeckt zu haben bzw. vermuten sie dort großes Leserinteresse.

Die Bundesligisten werden dann auf jeweils sechs Seiten vorgestellt. Wenn schon ein aktuelles Mannschaftsfoto zur Verfügung steht, wird dieses halbseitig abgebildet, dazu wird die voraussichtliche Stammformation als Graphik (ohne Ersatzspieler) angezeigt und dem Leser werden zwei Tippfelder eingeräumt: eines für den Platzierungstipp zum Ende der Halbserie, eines für die Abschlusstabellenposition.

Dazu wird mit einem Luftbild die Verkehrssituation rund um das Stadion gezeigt und Anfahrtswege werden benannt, Karten und Preise, Fan-Klubs und -Infos aufgelistet. Auf zwei Seiten gibt es dann noch Einzelportraits der Spieler. Für Neuzugänge werden noch Plätze freigehalten, die man sich dann aus den aktuellen SportBild-Ausgaben ausschneiden und einkleben kann. Und man fragt sich: Wer macht so was?

Dazu gibt es Infos über die Spieler: Spiele, Tore, Auswechslungen, Schüsse, Vorlagen, Karten und Durchschnittsnoten. Gerade Letzteres eine fragwürdige Information.

Dazu wird der Star der Mannschaft gekürt und mit drei besonderen Merkmalen belegt (“Robust: verpasste als einziger Torwart keine Liga-Minute” oder “Fleißig: Führte im Schnitt 24 Zweikämpfe pro Spiel (ein hoher Wert)”). Darüber hinaus wird die letze Saison als Fieberkurve und die kommende Saison als Spielplan angeboten. Einige Statistiken werden dann auch als Mehrzeiler aufbereitet (drittmeisten Tore nach Ecken, wenig Tore in der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit etc.). Weiterhin gibt es die Platzierungen der letzten zehn Jahre, Einkäufe und Verkäufe, die “Wann fielen die Tore / die Gegentore?” – Statistik und die “Wer schoß die Tore?”-Kuchengraphik.

Zur 2.Liga wird in einem schmalen Artikel die schwierige Situation der Absteiger beleuchtet. Mit einem Blick in die Vergangenheit ist schnell klar, dass der direkte Wiederaufstieg kein Kinderspiel ist. Bochum hat viel Erfolg beim wiederaufsteigen gehabt. Hertha hat einen unerfahrenen Trainer (“Von den Tücken des Unterhauses, die manchen Bundesliga-Absteiger in einen gefährlichen Strudel rissen, hat er nur gehört.”) und keine klassischen Zweitligaspieler (außer Mijatovis). Aachen und 1860 warten jetzt schon einige Saisons. Wenig Erhellendes also.

Den Zweitligateams wird danach weniger Platz eingeräumt als den Erstligisten. Die Vereine müssen sich mit einer Doppelseite zufrieden geben. Der Kader wird mit Mannschaftsfoto und Spielerliste vorgestellt, Zu- und Abgänge werden aufgelistet, Anfahrtswege zum Stadion gezeigt und ein halbseitiger Text bespricht die Ziele und Chancen des Vereins. Dazu gibt es Statistiken en massse: Erfolge, Eingesetzte Spieler in der 2.Liga, Höchste Siege und Niederlagen, Übersicht der letzten zehn Jahre, Spielplan etc.). Dazu wird der Trainer vorgestellt und dem Leser wird auch hier wieder die Tippmöglichkeit eingeräumt.

Zum Abschluss gibt es dann wieder eine ordentliche Portion Statistiken. Vor allem das letzte Jahr wird aufgedröselt und die Ewigen Tabelle finden einen Platz

Liga 3 wird danach auf 18 Seiten (inklusive doppelseitigem Foto zu Beginn) abgefrühstückt. Es wird zwar in einem 2-Seiten-Bericht dargelegt wie schwierig das Überleben für die Vereine auf dem “Wichtigsten Spielplatz des Ostens” ist und auch über den Wunsch der Vereine nach einer “besseren Berichterstattung” wird geschrieben, aber danach bekommt jeder Club aber lediglich eine halbe Seite eingeräumt.

Mehr als Kader (in tabellarischer Form), Trainersteckbrief (mit Foto), Zu- und Abgänge sowie ein paar Daten zum jeweiligen Verein sind da nicht drin.

Ausführlicher wird da schon die Frauenfußballnationalmannschaft besprochen. Ein langes Interview mit Silvia Neid lässt einen Blick in die Arbeit der Bundestrainerin zu und ihre Ziele für die WM 2011 in Deutschland werden klar. Dazu gibt es Spielszenenfotos von neun Nationalspielerinnen mit ein paar Infos und die gleiche Anzahl Fußballstadien werden abgebildet als Spielstätten der WM im nächsten Jahr.

Die Frauen-Bundesliga muss dann mit zwei Seiten Vorlieb nehmen. Ein Foto der Deutschen Meisterin Fatmire Bajramaj mit Schale, Abschluss- und Ewige Tabelle, Spielplan der kommenden Saison und 15 Quadratzentimeterkästchen zu jedem Bundesligateam reichen aus Sicht der Redaktion.

Genauso viel Platz wie für den Frauenfußball gibt es für die Ergebnisse der Champions League und der Europa League 2009/10, zwei Seiten auch für 50 Abschlusstabellen aus Europas Fußball-Ligen und eine Doppelseite füllen die Gruppen für die EM-Qualifikation. Die letzten Seiten sind dann für die Rahmenterminkalender von FIFA, UEFA und DFB sowie für die Klub-WM in Abu Dhabi und für ein Foto von vier Bayern nach einem Torerfolg reserviert.

FAZIT: Erfreulich ist zunächst, dass der Preis für das Sport Bild Sonderheft stabil geblieben ist: wie im Vorjahr kostet das Magazin 4,90 €. Auf 264 Seiten werden die nötigen Inhalte eines Liga-Sonderheftes geboten. Das Layout ist klassisch und im typischen SportBild Druck mit bekannter Schrift und Farbgebung. Dazwischen finden sich (summiert) gut 20 Seiten Werbung. Bis auf drei Seiten sämtlich auf den Erstligablock aufgeteilt. Der Werbeseitenverkauf lief dieses Jahr also etwas schleppend. Das kann auch daran liegen, dass die zweite Liga (zum Teil) und die 3.Liga bzw. die Frauen-Bundesliga (um so mehr) schnell abgehandelt werden. Da vergeht einem zum Teil die Lust an der Lektüre und auch die nicht-störende – weil fehlende – Werbung kann das nicht wett machen.

Für jeden, der in knappen Berichten über die Teams informiert werden möchte und dabei nicht viele Interviews in einem Saisonheft erwartet ist das Sport Bild Sonderheft das richtige Blatt. Vor allem für Statistikfreunde lässt das Magazin keine Wünsche offen. Wer sich also während der Saison durch die SportBild gut informiert und unterhalten fühlt, wird auch am Sonderheft 2010/2011 seine Freud haben.

Wer sich an lieblosen Artikeln zu den Vereinen und eine ausgeprägte Neigung zu Allgemeinplätzen stört, der sollte auf einen Kauf verzichten.

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