Linkschau III: Weltmeister Uruguay, ein Droomfinale & Netzer vs. van Bommel

Quelle: ESPN

Schon heute kann es einen neuen Weltmeister geben. Gewinnt Uruguay gegen die Niederlande, sind sie neuer Titelträger.

Nein. Mir ist nicht zu warm und ja es geht um Fußball. Uruguay kann den Titel der Unofficial Football World Championships holen. Die UNFW vergeben den Titel nach dem Box-Prinzip. So kann man den Titel gewinnen indem man den Titelträger schlägt. Die Wertung reicht zurück bis ins Jahr 1872, dem Jahr des ersten Länderspiels zwischen Schottland und England.

Quelle: UFWC.com

Die Niederlande tragen den Titel seit dem 19. November 2008. 3:1 wurde Titelträger Schweden damals besiegt und seitdem sind die Holländer seit 21 Spielen ungeschlagen. Damit sind die Niederlande in der ewigen Rangliste auf dem vierten Platz mit 48 Titelverteidigungen und brauchen nur noch zwei Siege um mit Argentinien gleichzuziehen. (Wir wissen, dass höchstens ein Sieg dazu kommen wird.)

Uruguay hat den Titel übrigens schon 16 Spiele sein Eigen nennen dürfen und war zuletzt vom 18.Oktober bis zum 15.November 2006 Titelträger. Ein Sieg gegen Venezuela sicherte den Inoffiziellen Weltmeisterrang. Doch im nächsten Spiel gegen Georgien ging der Titel schon wieder verloren.

Im 11Freunde.de Interview erklärt Statistikchef Paul Brown wie er auf die Idee gekommen ist und erzählt welches die skurrilsten Titelträger waren.

Quelle: ESPN

Heute drücken sicherlich auch einige deutsche Fußballfans den Niederlanden die Daumen. Sei es, weil sie sich ein Droomfinale Nederland Duitsland wünschen oder weil sie die Oranje Kicker gar nicht mehr soooo unsympathisch finden, seitdem sie in der Bundesliga gezeigt haben, dass sie kicken und sympathisch können.

Einer dieser Kicker, der sich auf ganz eingentümliche Weise aufdrängt, ist Mark van Bommel. Auf dem Platz fällt er durch – nennen wir es – kompromisslose Art Fußball zu spielen auf und verdiente sich in der vergangenen Saison seine Meriten als Stratege im Mittelfeld der Bayern. Neben dem Platz ist er ein Spieler, der durch klare Worte viele Sympathien gewonnen hat. So zum Beispiel bei ran nach Champions League Spielen: bei Siegen gegen Manchester, aber vor allem nach einer Niederlage gegen Bordeaux.

Wohl auch deshalb geht Heinz Kamke in seinem angedacht-Blog noch einen Schritt weiter. Er sagt zwar, dass van Bommels gegen Brasilien gut war, „aber nicht so gut, dass ich mich deswegen bemüßigt fühlen würde, meine Bewunderung zum Ausdruck zu bringen.“ Aber van Bommel hat ihn „wieder einmal nach dem Spiel beeindruckt.“

Kamke lobt van Bommel viel mehr dafür, dass er schon wenige Minuten nach dem Abpfiff „das Spiel in seine Einzelteile zerlegt, Stärken und Schwächen beider Mannschaften aufzeigt und nebenbei ganz unaufgeregt seine Verwunderung über die Ansetzung eines japanischen Schiedsrichters zum Ausdruck bringt“

Deshalb hat der Niederländer seinen „hohen Respekt. Netzer hin, Scholl her, Klopp sonstwohin: mein Analyst Nummer Eins bei dieser WM heißt Mark van Bommel. Er hat das Spiel verstanden, und das zeigt er auf wie neben dem Platz.“

Vielleicht wäre van Bommel ja ein guter Nachfolger für Günter Netzer, dessen Kabbeleien mit Delling den ich mal mehr, mal weniger geschätzt habe. Über Netzers Vuvuzela-Lachanfall kann ich mich aber noch immer beömmeln:

Das Spiel Niederlande – Uruguay wird heute im ZDF übertragen. Expertisen kommen dann von Oliver Kahn, der sich mit der schmachtenden KMH auseinander setzen muss. Wer darauf verzichten will, der schaut sich Arsène Wenger an, der für Eurosport analysiert.

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